Hauptspalte:
Eisbären: Räuber auf vier Pranken
Wisst ihr eigentlich, seit wann es Eisbären gibt? Warum sie blaue Zungen haben? Oder wie schnell sie über den Schnee sprinten? Wir sind diesen und ein paar anderen Fragen nachgegangen
Seit wann gibt es Eisbären auf der Erde?
Seit 600.000 Jahren - und
damit rund fünfmal länger
als bisher gedacht.
Forschern war zwar
klar, dass Eisbären
eng mit Braunbären
verwandt sind
und sich von ihnen
als eigene
Art abgespalten
haben. Bloß über
das "Wann" grübelten
sie lange und
stellten
unterschiedliche
Vermutungen an. Etwa,
dass der letzte gemeinsame
Urahn von Braun- und Eisbären
vor rund 150.000 Jahren durch
das heutige Kanada stapfte. Wissenschaftler
vom "Biodiversität
und Klima
Forschungszentrum
Frankfurt"
haben
sich nun aber das
Erbgut von Braun- und
Eisbären genauer
angeschaut.
Dabei stellten sie fest, dass Eisbären eben schon viel
älter sind als angenommen. Der
Blick in die Vergangenheit ist zugleich
ein Blick in die Zukunft:
Bislang galten Eisbären nämlich
als Meister der Anpassung, die
sich fix an die Lebensbedingungen
in der Arktis gewöhnt und
dafür "ausgerüstet" hatten. Tatsächlich
benötigten die Tiere
dazu im Verlauf der Evolution
viel mehr Zeit. Und obwohl sie in
der Vergangenheit die eine oder
andere Wärmeperiode überstanden
haben, stellt sich die Frage:
Überleben die Eisbären den Klimawandel?
Sagen wir mal so: Je eher es uns
gelingt, den Klimawandel aufzuhalten,
desto größer die Überlebenschancen.
Das Problem ist:
Eisbären müssen heutzutage viel
länger im Jahr fasten als früher.
Bei der Jagd auf ihre Lieblingsspeise
- Robben - sind die Räuber
nämlich auf Packeis unterwegs.
Und das schmilzt aufgrund
der Klimaerwärmung im Frühjahr
immer früher und gefriert
im Herbst immer später. Dazwischen müssen die Eisbären an
Land gehen und von ihren Fettreserven
zehren. Diese Polster
sind vor allem für die trächtigen
Eisbärendamen wichtig. Haben
sie sich zu wenig Speck angefressen,
fehlt ihnen die Energie für
die Aufzucht der Jungen. In der
Hudson Bay im Osten Kanadas
sei der Bestand der Eisbären in
den vergangenen zehn Jahren
deswegen bereits gesunken, sagen
Forscher.
Wie groß ist der Bestand überhaupt noch?
Auf der "Roten Liste" wird der
Eisbär als "gefährdet" eingestuft,
weil nur noch 20.000 bis 25.000
Exemplare durch Eis und Schnee
trotten. Die Tiere kommen ausschließlich
auf der Nordhalbkugel
vor, genauer: auf Spitzbergen
und der Inselgruppe Franz-Josef-
Land im Nordpolarmeer, im
Norden Sibiriens, auf Grönland,
auf der Wrangelinsel und im
westlichen Alaska, im nördlichen
Alaska und in Kanada. Die Davisstraße
und die Hudson Bay
sind die südlichsten Lebensräume
der Eisbären. Übrigens: In
der Hudson Bay landen die Tiere
bisweilen sogar im Knast!
Gibt es wirklich ein Gefängnis für Eisbären? Lest mehr darüber auf der nächsten Seite!
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