GEOlino Nr. 11/12 - Eisbären Seite 1 von 2

Text von Barbara Lich

Eisbären: Räuber auf vier Pranken

Wisst ihr eigentlich, seit wann es Eisbären gibt? Warum sie blaue Zungen haben? Oder wie schnell sie über den Schnee sprinten? Wir sind diesen und ein paar anderen Fragen nachgegangen


Seit wann gibt es Eisbären auf der Erde?


Seit 600.000 Jahren - und damit rund fünfmal länger als bisher gedacht. Forschern war zwar klar, dass Eisbären eng mit Braunbären verwandt sind und sich von ihnen als eigene Art abgespalten haben. Bloß über das "Wann" grübelten sie lange und stellten unterschiedliche Vermutungen an. Etwa, dass der letzte gemeinsame Urahn von Braun- und Eisbären vor rund 150.000 Jahren durch das heutige Kanada stapfte. Wissenschaftler vom "Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt" haben sich nun aber das Erbgut von Braun- und Eisbären genauer angeschaut. Dabei stellten sie fest, dass Eisbären eben schon viel älter sind als angenommen. Der Blick in die Vergangenheit ist zugleich ein Blick in die Zukunft: Bislang galten Eisbären nämlich als Meister der Anpassung, die sich fix an die Lebensbedingungen in der Arktis gewöhnt und dafür "ausgerüstet" hatten. Tatsächlich benötigten die Tiere dazu im Verlauf der Evolution viel mehr Zeit. Und obwohl sie in der Vergangenheit die eine oder andere Wärmeperiode überstanden haben, stellt sich die Frage:


Das Schmelzen der Eisfläche gefährtet das Überleben der Eisbären (Foto von: Wim van Passel/WWF-Canon)
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Das Schmelzen der Eisfläche gefährtet das Überleben der Eisbären

Überleben die Eisbären den Klimawandel?


Sagen wir mal so: Je eher es uns gelingt, den Klimawandel aufzuhalten, desto größer die Überlebenschancen. Das Problem ist: Eisbären müssen heutzutage viel länger im Jahr fasten als früher. Bei der Jagd auf ihre Lieblingsspeise - Robben - sind die Räuber nämlich auf Packeis unterwegs. Und das schmilzt aufgrund der Klimaerwärmung im Frühjahr immer früher und gefriert im Herbst immer später. Dazwischen müssen die Eisbären an Land gehen und von ihren Fettreserven zehren. Diese Polster sind vor allem für die trächtigen Eisbärendamen wichtig. Haben sie sich zu wenig Speck angefressen, fehlt ihnen die Energie für die Aufzucht der Jungen. In der Hudson Bay im Osten Kanadas sei der Bestand der Eisbären in den vergangenen zehn Jahren deswegen bereits gesunken, sagen Forscher.


Eisbären gelten als gefährdete Art: Es gibt nur noch etwa 25.000 Exemplare weltweit (Foto von: Michael Poliza/WWF)
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Eisbären gelten als gefährdete Art: Es gibt nur noch etwa 25.000 Exemplare weltweit

Wie groß ist der Bestand überhaupt noch?


Auf der "Roten Liste" wird der Eisbär als "gefährdet" eingestuft, weil nur noch 20.000 bis 25.000 Exemplare durch Eis und Schnee trotten. Die Tiere kommen ausschließlich auf der Nordhalbkugel vor, genauer: auf Spitzbergen und der Inselgruppe Franz-Josef- Land im Nordpolarmeer, im Norden Sibiriens, auf Grönland, auf der Wrangelinsel und im westlichen Alaska, im nördlichen Alaska und in Kanada. Die Davisstraße und die Hudson Bay sind die südlichsten Lebensräume der Eisbären. Übrigens: In der Hudson Bay landen die Tiere bisweilen sogar im Knast!

Gibt es wirklich ein Gefängnis für Eisbären? Lest mehr darüber auf der nächsten Seite!



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