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Weltveränderer: Vasco da Gama

Vasco da Gama entdeckte vor rund 500 Jahren den Seeweg nach Indien. Wer war dieser Mann, der heute als einer der größten Entdecker gilt? Wir verraten es euch


 
Der Seefahrer Vasco da Gama segelte von Portugal bis nach Indien (Foto von: The Gallery Collection/Corbis)
© The Gallery Collection/Corbis
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Der Seefahrer Vasco da Gama segelte von Portugal bis nach Indien

Vasco da Gama

Bürgerlicher Name: Dom Vasco da Gama, Graf von Vidigueira
Lebensdaten: um 1469 bis 24. Dezember 1524
Nationalität: portugiesisch
Zitat: "Ich bin nicht wer ich war, und ich will es nie wieder sein."


Vasco da Gama ist einer der bekanntesten Seefahrer der Geschichte. Er bezwang als erster den Seeweg nach Indien.


Wie Vasco da Gama lebte

Über das Leben von Vasco da Gama weiß man nicht viel. Auf die Welt kam der Portugiese vermutlich im Jahr 1469. Seine Eltern, die aus England stammten, gehörten dem Adel an. Vascos Vater war ein Ritter, der später im Kampf gegen Nordafrika starb. Erste belegte Hinweise auf das Leben von Vasco da Gama stammen aus dem Jahr 1480, als er dem Ritterorden von Santiago beitrat. Er folgte damit der Tradition seiner Familie.

Der damalige König Manuel I. von Portugal beauftragte Vasco 1497, einen Seeweg nach Indien zu finden. Die Händler mit denen Europa bisher zusammen gearbeitet hatte, verkauften ihre Ware - meist Gewürze - viel zu teuer. Auf der Indien-Reise sollte Vasco da Gama billigere Produkte finden.


Wie Vasco da Gama die Welt veränderte

Am 8. Juli 1497 startete Vasco da Gama im Hafen von Lissabon, der Hauptstadt Portugals, mit seiner Flotte. Mit ihm fuhren rund 170 Mann, unter anderem Kapitäne, Steuermänner und erfahrene Seefahrer. Vasco segelte mit ihnen durch den Atlantik, rund um die Küste West- und Ostafrikas herum. Am Kap der Guten Hoffnung, einer gefürchteten Gegend für Seefahrer, angekommen, versuchten ihn afrikanische Händler aufzuhalten. Doch die Flotte Vascos überwältigte sie und segelte weiter. Am 20. Mai 1498, nach fast einem Jahr Seefahrt, erreichten sie die indische Stadt Calicut an der Malabarküste. Sie hatten es geschafft: Vasco da Gama als Anführer der Flotte war der erste Europäer, der auf dem Seeweg um Afrika Indien erreichte.

Doch auf dem Erfolg konnte er sich nicht ausruhen. Schließlich gehörte zu seinen Aufgaben auch, dass er Verhandlungen mit der dortigen Regierung führte und Handlungswege vereinbarte. Diese verliefen zunächst nicht sehr erfolgreich, aber ein Anfang war gemacht. So trat Vasco guten Gewissens den Rückweg an. Am 9. September 1498 nahmen ihn die Portugiesen am Hafen mit einem großen Fest in Empfang.

Es folgte eine gute Zeit für den Seefahrer: Der König zeichnete ihn mit verschiedenen Ehrungen aus. So durfte er den Titel "Dom" und "Admiral des Indischen Meeres" tragen. Im Jahre 1500 heiratete er die Adelige Catarina de Ataíde. Gemeinsam bekamen sie sechs Söhne und eine Tochter.

Zeitgleich fuhren bereits weitere Flotten den von Vasco entdeckten Weg nach Indien. An der vierten Tour nahm er selbst wieder teil. Er und seine Begleiter lieferten sich dabei gefährliche Schlachten mit Angreifern an der afrikanischen Küste. In Indien angekommen verhandelte Vasco erneut mit den indischen Kaufleuten und schloss erstmals Verträge. Dem Handel zwischen Indien und Europa stand nun nichts mehr im Wege. Zurück in Portugal genoss Vasco da Gama mit seiner Familie mehrere Jahre ein ruhiges Leben. Er ließ sich vom König schon bald - 1519 - zum Herzog von Vidigueira ernennen. Später wurde er sogar Vizekönig.

Obwohl er krank war, reiste Vasco 1524 abermals nach Indien. Schon wenige Wochen nach seiner Ankunft verstarb er. Sein Sohn sorgte dafür, dass der Leichnam nach Portugal überführt und dort beerdigt wurde. 1880, also mehrere hundert Jahre nach seinem Tod, errichtete man dort ein Ehrengrab für den tapferen Seefahrer. Auch die längste Brücke Europas trägt seinen Namen. Und im indischen Staat Goa benannte man sogar eine ganze Stadt nach dem Portugiesen.


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