GEOlino Nr. 04/03 - Mount Everest: Wie der höchste Berg der Welt bezwungen wurde Seite 1 von 3

Berge
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Text von Kirsten Bertrand

Mount Everest - Der Aufstieg auf den Berg der Berge

8848 Meter ist der Mount Everest hoch, von Stürmen umtobt, mit Eisdecken überzogen und zerfurcht von tiefen Gletscherspalten. Nach vielen gescheiterten Versuchen startete vor genau 50 Jahren eine Expedition, um den höchsten Berg der Welt zu besteigen. Lest in GEOlino, wie es zwei Männer mit letzter Kraft schafften, den Riesen zu bezwingen


Schreck kurz vor dem Gipfel


28. Mai 1953: Nun haben sie es bis auf 8500 Meter geschafft. Nur noch knapp 350 Höhenmeter trennen die beiden Männer vom Gipfel des Mount Everest, vom höchsten Punkt der Erde, vom letzten großen Ziel der Menschheit. Und jetzt das! Fassungslos durchwühlt Edmund Hillary seine Taschen, tastet den Zeltboden ab. Sein Begleiter, Tenzing Norgay, sucht mit. Wo ist das Verbindungsstück für die Sauerstoff-Flasche? Hier oben ist die Luft so dünn, dass man ohne zusätzlichen Sauerstoff kaum atmen, denken, laufen, schlafen kann.


Hühnersuppe gegen die Angst


Der Weg zum Gipfel ist lang und beschwerlich (Foto von: Royal Geographical Society)
© Royal Geographical Society
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Der Weg zum Gipfel ist lang und beschwerlich

Um die Nacht zu überstehen, wollten Hillary und Tenzing ihre Atemmasken an eine Neun-Kilo-Flasche anschließen, die ihnen Helfer extra hier hoch geschleppt hatten. Die Träger waren gleich wieder umgekehrt - und Hillary dämmert es: Einer von ihnen hat den Anschluss versehentlich eingesteckt. Die Flasche bleibt zu. Und nun? Umkehren? Niemals! So hocken sie nun bibbernd in ihrem Zelt, das sie auf eine winzige, eisige Plattform gequetscht haben, die auf einer Seite steil abfällt. Tenzing wirft den Kocher an: Essen hilft nicht nur gegen den Hunger, sondern auch gegen die Angst. Bald löffeln sie heiße Hühnersuppe mit Nudeln.


Eisige Kälte


Hillary beschließt, den Sauerstoff aus den anderen Flaschen streng einzuteilen. Normalerweise braucht ein Bergsteiger in dieser Höhe vier Liter pro Minute - die beiden müssen mit drei auskommen. Hillary friert, obwohl er ein Unterhemd trägt, eine Wollweste, Wollunterhosen, Daunenjacke und -hose, zwei Paar Socken, drei Paar Handschuhe. Und dann auch noch dieser Sturm! Heulend stürzt sich eine Böe nach der anderen auf das Zelt. Jedesmal stemmen sich Hillary und Tenzing mit all ihrem Gewicht gegen den Wind, damit das Zelt nicht in den Abgrund fliegt. Als der Sturm nachlässt, dösen die Männer ein. Was wird der morgige Tag bringen?



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