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Wetterfühligkeit: Das Klima im Körper
Wetterfühlige spüren die Wirkung von Luftdruckfronten, noch ehe sie eintreffen und andere Menschen vor Kälte bibbern oder vor Hitze schwitzen lassen. Viele Wetterfühlige klagen dann über Schmerzen und Krankheitssymptome. Dass der menschliche Körper vom Wetter beeinflusst wird, ist tatsächlich kaum zu bestreiten. Aber welche Faktoren dabei konkret eine Rolle spielen, beginnen Meteorologen und Mediziner erst seit kurzem zu erkennen.
Jeder zweite Deutsche glaubt, "wetterfühlig" zu sein: Die Palette der Beschwerden reicht von leichten Kopfschmerzen über Kreislaufstörungen und rheumatischen Schüben bis hin zu zeitweiliger Arbeitsunfähigkeit und totaler Lebensunlust. Aber hat die Kopfschmerzattacke während der heranziehenden Kaltfront tatsächlich etwas mit dem Polarluftgebiet zu tun und nicht mit dem Stress im Büro oder dem Rotwein von gestern abend?
Fahndung nach dem "Faktor X"
Hans Richner sucht nach dem "Faktor X", derjenigen Größe, die nachweisbar eine biologische Wirkung des Wetters auf den Körper hat: "Ich kann mir vorstellen, dass es da etwas gibt. Aber das ist schwer nachzuweisen, weil sehr viele Faktoren gleichzeitig mit dem Wetter auf den Menschen einwirken." Der Atmosphärenphysiker am Institut für Atmosphäre und Klima an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich ist einer der ersten Vertreter seines Genres, die sich streng wissenschaftlich mit dem Phänomen der "Wetterfühligkeit" beschäftigen.
Schon in den 1970er Jahren hat er in einer aufwendigen Studie rund 200 Mitarbeiter eines Unternehmens untersucht, zunächst durch einen Vergleich: Sieben Monate lang mussten sie ihr tägliches Befinden in einen Fragebogen eintragen. Das Ergebnis wurde dann den meteorologischen Daten dieses Zeitraums gegenübergestellt. Am Ende hatte Richner 27000 vollständige Fragebögen mit allen möglichen Symptomen - und ein interessantes Ergebnis: Immer wenn der Luftdruck am stärksten schwankte, gab es deutliche Veränderungen in der subjektiven Befindlichkeit seiner Probanden.
Ist der Luftdruck der Schuldige?
"Dass wir auf das Wetter reagieren, ist eine triviale Feststellung", sagt Richner. Der "Faktor X", nach dem er und seine Kollegen fahndeten, sollte auch in Räume dringen und sowohl draußen wie drinnen wirken können. Und er musste sich schnell und über weite Strecken bewegen, also vermutlich Wellencharakter haben. Manches sprach dafür, dass Richner bereits mit seiner damaligen Befragung den gesuchten Faktor enttarnt hatte: eben die an barometrischen Ausschlägen erkennbaren Luftdruckveränderungen. Aber wie war ein solcher Zusammenhang wissenschaftlich valide nachzuweisen? Richner: "Da genügten keine subjektiven Einschätzungen, da brauchten wir handfeste medizinische Daten."
Handfeste medizinische Daten sind vonnöten
Doch für hinreichende epidemiologische Untersuchungen fehlten den Physikern die Mittel und das ärztliche Fachwissen. Und die Mediziner, so Richner, "interessierten sich zwar für das Wetter und dessen Auswirkungen auf ihre Patienten, nicht aber für eine saubere naturwissenschaftliche Untersuchung der Zusammenhänge". Weil der streitbare Professor und Präsident der Schweizer Gesellschaft für Meteorologie aber immer wieder öffentlich gegen das Phlegma des ärztlichen Berufsstandes "wetterte" - und weil, setzt er hinzu, "die Mediziner neuerdings stärker gefordert werden durch zusätzliche Belastungen wie Ozon und UV-Strahlung, die das Wettergeschehen mitbringt", hellte sich das Klima für entsprechende Forschungsprojekte allmählich etwas auf.
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Kommentare zu "Wetterfühligkeit: Das Klima im Körper"
Ich kann die Probleme mit dem erhöhten Blutdruck von Rosa Meyer nur bestätigen.Ich Habe die Probleme seit ca.10 Jahren (61 Jahre)bei aufkommendem hohen Luftdruck und kälter werdendem Wetter. Die Probleme treten mit Kopfschmerzen und erhöhtem Blutdruck auf und verschwinden genau so schnell wieder wie sie gekommen sind wenn der Wetterwechsel stattgefunden hat.Treibe viel Sport,und habe bei stabilem Wetter normalen Blutdruck.120-128 zu 80-88
Heute nacht war bei mir Sturm (in Rennes, Bretagne). ich wurde wach, durch das Gefühl eines elektrischen Schlages. Dananch fühlte ich mehrmals ein elektro-magnetisches Feld, so wie eine Gänsehaut am ganzen Körper, so wie bei einem Magnetiseur. Hat dies mit Wetterfühligkeit zu tun? Ich fühlte mich sehr wohl, nur überlegte ich, ob dieses Gefühl aus meinen Körper kam (so wie Schüttelfrost) oder aus der Athmosphäre. Wer mir antworten kann, schreibt bitte an bertox at free.fr
Ich kann den Beobachtungen von Esther auch nur zustimmen - man macht einen regelrechten Persönlichkeitswandel durch und die anderen fragen sich, was denn vorgefallen sei, es müsse doch einen besonderen Grund geben ... Was mich nervt - auch wenn ich nicht gerade unter Wetterfühligkeit leide - ist, dass ein großer Teil der etablierten Wissenschaft bzw. Medizin Wetterfühligkeit als Spinnerei abtut, nach dem Motto "Was sich nicht wissenschaftlich beweisen lässt, gibt es auch nicht" ... Wenn die Ursachenforschung nicht weiterkommt, sollte die seriöse Wissenschaft doch wenigstens mal statistisch-empirisch vorgehen und möglichst viele Daten sammeln. Da eine Lösung nicht in Sicht ist, wäre vielen Leuten schon geholfen, wenn sie erkennen könnten, dass sie wetterfühlig sind. Es dauert einige Zeit, bis man merkt, dass man wirklich aus dem sprichwörtlichen "heiteren Himmel" einen Stimmungsunschwung erlebt, dessen Grund - ein neues Tief - erst am nächsten Tag sichtbar wird.
Hallo Ester, Ich habe dein Kommentar gelesen . Was Du erklärst ist genau was Ich am leben bin und mit der zeit wird es immer schlimmer. Ich höre immer wieder das die einzige möglichkeit das es besser wird, ist zu auswandern wo das Klima besser ist. Erstens habe Ich die kraft nicht seit meinen Burn-out und zweitens ist das Klima sich am ändern. Ich weiss auch nicht was Ich machen soll. Liebe Grüsse aus Belgien.
Die körperlichen Symptome sind ja gerade noch erträglich und beschränken sich beim Wetterumschwung auf leichte Herzrhythmusstörungen und manchmal Beklemmungsgefühle im Brustkorb. Mein Herz habe ich gründlich checken lasse, da war organisch alles gesund. Aber die psychischen Befindlichkeitsstörungen werden immer heftiger. Antriebsschwäche, Depression, Aggressivität.... Ich bin dann einfach nicht mehr ICH, habe wirklich das Gefühl, dass ich aus 2 Personen bestehe. Für meine Kinder bin ich an solchen Tagen eine Zumutung, ich meckere nur herum, kann mich zu keiner Aktivität aufraffen. Ich kann dann nicht ertragen, wie sie herumtoben oder eigentlich harmlose Geräusche produzieren. Fühle mich wie Werwolf, der für eine bestimmte Zeit angekettet gehört. Jede Aufgabe betrachte ich als unüberwindbare Hürde und für die Zukunft sehe ich total schwarz. Das dauert zum Glück selten länger als einen Tag, aber oft ändert sich das Wetter in sehr kurzen Abständen. Eine Qual!
Wetterfühligkeit hängt meiner Erfahrung nach sehr stark mit dem jeweiligen Aufenthaltsort zusammen. Jahrelang lebte ich auf meiner Segelyacht im Mittelmeerraum. Auf den Weiten der Meere hatte ich keinerlei Probleme mit Wetterfühligkeit. Ob dies am Klima liegt und/oder auf den Einfluss von "Wasserunterm Kiel" zurück zuführen ist, kann ich nicht sagen. Seit geraumer Zeit lebe ich in Berlin. Zunehmend werde ich hier von den typischen Symptomen der Wetterfühligkeit geplagt. Sobald ich wieder "Wasser unterm Kiel" habe (mehrmals im Jahr) ist die Wetterfühligkeit wie weggeblasen und ich fühle mich deutlich agiler und belastbarer. Vielleicht sollte in dieser Richtung einmal geforscht werden. Eventuell hängt Wetterfühligkeit (auch) mit dem Magnetfeld der Erde zusammen. Dieses könnte durch den Einfluss des Wassers verändert/gemindert werden. Grüße aus Berlin. Käpten Roland Rose
Seit meiner Kindheit bin ich sehr oft krank. Heute bin ich 25 Jahre alt und es geht mir wirklich mies. Anbei sei angemerkt, dass ich ein sehr sensibles vegetatives Nervensystem habe, das mir starke Probleme, u.a. somatoforme Störungen beschert. In den letzten 3 Jahren (in denen ich u.a. massiven Wetterveränderungen und starkem Stress ausgesetzt war) bin ich schlagartig wesentlich wetterfühliger geworden, als noch zuvor. Heißes Wetter habe ich noch nie vertragen, nun ist es nicht mehr auszuhalten! Vegetative Dystonie, Herzrythmusstörungen (körperl. sei nichts zu finden), Somatiesierungsstörungen... Ich bin total verzweifelt, ich werde gar nicht mehr gesund, möchte gern Sport treiben, schaffe es aber nicht. Zu welchem Arzt kann ich denn gehen, wer kann wetterfühligkeit diagnostizieren? Meine vegetativen Störungen sind mittlerweile enorm: Atembeschwerden, Luftnot, schnell außer Atem. Nicht einmal mehr den Haushalt schaffe ich. Würde mich über Hilfe und Tipps freuen! Liebe Grüße!
Rosa Meyer 26.05.09 14Uhr Ich leide an wetterwechsel sehr,dann bekomme ich Kopfschmerzen und hohen Blutdruck mit Kreislaufstörungen,und schweren Depressionen.Ich ernähre mich sehr gesund und mache auch sport und laufe viel in den Wald.Wenn das Wetter dann wieder stabil wird geht auch dann mein Blutdruck runter,und allgemein geht es mir wieder besser.Meine Frage soll ich Blutdrucksenkende Tabletten nehmen?Für mein Arzt hab ich eine Gefässerkrankung,aber bei stabiler Wetter hab ich kein Bluthochdruck.
Ich bin einer, der tatsächlich sehr unter diesen Symptomen leidet und ich wäre äusserst dankbar, hier medizinische Empfehlungen zu bekommen, wie ich dieses Problem mit einfachsten Mitteln behandeln kann. Schon Tage vor einem Wetterumschwung, speziell im Herbst und Winter, bekomme ich einen "kalten rechten Fuss" - es ist tatsächlich nur der rechte Fuss und zwar vor allem am Rist! Danach stellt sich meist eine grausliche Sinusitis ein, begeleitet von Husten, der dann zwei-drei Wochen lang andauert. Ich lebe derzeit in den Emiraten und dachte, damit habe ich dieses Problem gelöst. Aber in den letzten Tagen gab es einen totalen Wettersturz mit Gewitter und Starkregen und was hatte ich? Die bekannten Symptome, Schnupfen bis Sinusitis, Husten, etc. Ich habe schon alles Mögliche probiert, aber noch kein Mittel dagegen gefunden. Es hängt klar mit Durchblutungsstörungen zusammen, denn mit zwei-drei Whiskey vergeht der kalte Fuss, allerdings möchte ich nicht unbedingt Alkohol trinken!