Dry January Herz, Hirn, Leber: Wie sich vier Wochen Alkoholverzicht auf den Körper auswirken

Symbol zum Thema Stop
Bereits 1942 propagierte die finnische Regierung einen "nüchternen Januar". Der moderne Dry January ist eine Kampagne der britischen Suchthilfegruppe Alcohol Chance UK
© Rolfo / Stocksy
Nach den Exzessen der Feiertage lassen viele Menschen einen Monat lang die Finger vom Alkohol. Ihr Lohn: erholsamerer Schlaf, eine reinere Haut und viele verborgene Vorteile

Dass der Dry January, der "trockene Januar", auf die Feiertage folgt, ist nicht verwunderlich. Es ist die Zeit der guten Vorsätze – und die Zeit des schlechten Gewissens, falls man während der Festtage über die Stränge geschlagen hat. Ein Glas Wein zum Gänsebraten? Ein Glas Sekt zum Anstoßen? Und noch ein Absacker, wenn es im Kreis der Familie mal wieder anstrengend war? "Alkohol ist ein soziales Schmiermittel", sagt Helmut Seitz, der seit Jahrzehnten zu den Auswirkungen von Alkoholkonsum forscht. "Das Miteinander geht damit ein wenig leichter. Allerdings nehmen wir damit auch gewisse Risiken in Kauf."

Denn Alkohol im Übermaß macht nicht nur betrunken und verkatert. Ethanol, sprich Trinkalkohol, ist ein Zellgift, das sich im gesamten Körper verteilt. Dort richtet es gemeinsam mit seinen Abbauprodukten allerlei Schäden an: Es verändert das Säure-Base-Gleichgewicht, stört den Fettstoffwechsel, bringt Signalwege durcheinander, fördert Entzündungen und treibt Zellen in den Tod. Hirn, Leber, Verdauungsorgane, Nervensystem, Herz und Kreislauf leiden, wenn man viel und regelmäßig trinkt. Auch das Krebsrisiko steigt.