Dass der Dry January, der "trockene Januar", auf die Feiertage folgt, ist nicht verwunderlich. Es ist die Zeit der guten Vorsätze – und die Zeit des schlechten Gewissens, falls man während der Festtage über die Stränge geschlagen hat. Ein Glas Wein zum Gänsebraten? Ein Glas Sekt zum Anstoßen? Und noch ein Absacker, wenn es im Kreis der Familie mal wieder anstrengend war? "Alkohol ist ein soziales Schmiermittel", sagt Helmut Seitz, der seit Jahrzehnten zu den Auswirkungen von Alkoholkonsum forscht. "Das Miteinander geht damit ein wenig leichter. Allerdings nehmen wir damit auch gewisse Risiken in Kauf."
Denn Alkohol im Übermaß macht nicht nur betrunken und verkatert. Ethanol, sprich Trinkalkohol, ist ein Zellgift, das sich im gesamten Körper verteilt. Dort richtet es gemeinsam mit seinen Abbauprodukten allerlei Schäden an: Es verändert das Säure-Base-Gleichgewicht, stört den Fettstoffwechsel, bringt Signalwege durcheinander, fördert Entzündungen und treibt Zellen in den Tod. Hirn, Leber, Verdauungsorgane, Nervensystem, Herz und Kreislauf leiden, wenn man viel und regelmäßig trinkt. Auch das Krebsrisiko steigt.