Ralf Steinen-Perschke kann nur erahnen, wie viele Knochen gebrochen sind im Körper des fünfjährigen Mädchens, das vor ihm auf einer Holzbank liegt. Der für das Alter viel zu kleine Torso des Kindes steckt in einem weißen, mit rot-grünen Blumenmustern verzierten Leinenkleid, aus dem kurz und krumm die Gliedmaßen ragen. Vorsichtig nimmt der Arzt den linken Arm des Mädchens zwischen Zeigefinger und Daumen, hebt ihn an, streicht über das Handgelenk, lässt ihn wieder sinken, betastet danach den unverhältnismäßig großen Kopf.
Deutsche Ärzte in Afghanistan Welches Kind darf leben? Welches nicht?
Kaum Medikamente, Quacksalber als Ärzte: In Afghanistan werden Krankheiten oder Unfälle schnell zum Todesurteil. Eine deutsche Organisation versucht, wenigstens einige Kinder zu retten. Und wird von Hilfesuchenden überrannt
Augenblicke der Entscheidung: In den Tagen, in denen die deutsche Hilfsorganisation "Friedensdorf International" aus Oberhausen in Kabul ist, kommen Tausende Afghanen mit ihren kranken oder verletzten Kindern zum Behandlungsort
© Daniel Pilar für GEO