Machtübernahme der Taliban "20 Jahre sind nichts" – ein Politikwissenschaftler über das Scheitern des Westens in Afghanistan

Machtübernahme: Bewaffnete Kämpfer der Taliban marschieren am 16. August 2021 durch die afghanische Hauptstadt Kabul
Machtübernahme: Bewaffnete Kämpfer der Taliban marschieren am 16. August 2021 durch die afghanische Hauptstadt Kabul
© XinHua/dpa
Fast zwei Dekaden lang haben die USA und europäische Staaten versucht, in Afghanistan eine Demokratie aufzubauen. Das ist viel zu kurz, sagt Professor Carlo Masala. Im Interview erklärt der Politikwissenschaftler, warum der externe Staatsaufbau so dramatisch gescheitert ist – und was erfolgreiche Demokratisierungsprozesse ausmacht

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist nicht nur eine militärische Niederlage für die demokratisch gewählte, jetzt aufgelöste, ehemalige Regierung des Landes und den Westen. Die USA und Europa sind auch damit gescheitert, in Afghanistan einen funktionierenden Staat, eine Demokratie aufzubauen. Der Politikwissenschaftler Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, untersucht, warum ein von außen gesteuerter Staatsaufbau häufig misslingt.

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