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Video Mode für die Trümmerfrauen

Es berichtet Heinz Oestergaard

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die Deutschen in vielen Lebensbereichen improvisieren. Auch in Sachen Kleidung. So richtete der Berliner Heinz Oestergaard in einer Villa im Grunewald sein erstes Modeatelier ein und verfuhr nach dem Motto: "Aus drei mach eins." Aus alten Röcken und Stoffresten seiner Kundinnen nähte er neue, modische Kleidungsstücke. Seine Entwürfe trafen den Nerv der Zeit. Nachdem die Frauen während des Krieges ihre Männer in den Fabriken ersetzen und auch nach 1945 modisch Verzicht üben mussten, wollten sie laut Oestergaard endlich wieder "verführen, Frau sein, hübsch sein". Seine weibliche Kundschaft war dankbar und machte ihn zu einem der gefragtesten Modedesigner der frühen Bundesrepublik.