Widerstandskämpfer Witold Pilecki: Der polnische Soldat, der freiwillig nach Auschwitz ging

Haupteingang des KZ Auschwitz mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei"
Haupteingang des KZ Auschwitz I (Stammlager): Das erste, 1940 errichtete Lager, in dem auch Witold Pilecki einsaß
© IMAGO / United Archives International
Er war einer der mutigsten Männer des 20. Jahrhunderts: Der Widerstandskämpfer Witold Pilecki ließ sich ins KZ Auschwitz einschleusen, um der Welt vom Grauen zu berichten. Nach fast drei Jahren gelang ihm die Flucht. Trotzdem endete sein Leben tragisch 
Von Matthias Lohre

Die SS kommt. Ihre Lastwagen dröhnen durch die morgendlichen Straßen der Warschauer Innenstadt. Bewaffnete Soldaten nehmen jeden männlichen Polen fest, der ihnen verdächtig erscheint, insgesamt 2000. Wen sie ergreifen, dem drohen Folter, Zwangsarbeit und Tod. Doch ein Mann bleibt äußerlich gelassen. Er zieht seine Jacke an und wartet. Als ein SS-Mann in die Wohnung stürmt, folgt er ihm ohne Widerstand. Beim Herausgehen flüstert er einer Mieterin zu: "Sag ihnen, der Befehl wurde ausgeführt."


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