Hauptinhalt
Lars Abromeit
E-Mail:
Ein Zeltplatz in einer Staubwüste der Antarktis. Ein stickiger, enger Tunnel im Erdinneren. Ein Gletscher am Äquator, der in 5500 Meter Höhe die Klimadaten der Erdgeschichte bewahrt. Ein Korallenriff vor der Westküste von Neuguinea, das noch kein Mensch erkundet hat. Ein Höhlenschacht unter Deutschland, tiefer und weiter, als dass ihn die Stirnlampe ausleuchten könnte - und in dem als einziger Ausweg ein aufgequollenes Seil baumelt.
Von dieser Art sind die Orte, die ich für GEO besuche. Als Redakteur und Reporter für Abenteuer- und Expeditionsthemen bin ich fürs Staunen verantwortlich: Ich begleite wissenschaftliche Expeditionen in Regenwälder, Eishöhlen und Wüsten. Porträtiere Archäologen, Bergsteiger oder Meeresbiologen. Klettere auf Vulkane und tauche in Quallenseen hinab, um den GEO-Lesern von der Faszination dieser Anderswelten und vom Abenteuer Forschung abseits der Laboratorien zu berichten.
Oft werde ich dabei mit der Annahme konfrontiert, dass es in unserer Zeit längst nichts mehr zu entdecken gebe. Schließlich könne man über Google Earth jeden beliebigen Punkt der Erde vom Wohnzimmer aus betrachten. Bleibt da noch Raum für das Unbekannte?
Ganz bestimmt! Denn tatsächlich sind Orte wie etwa die Trockentäler in der Antarktis, die versunkenen Städte in der Wüste Takla Makan oder die Tiefsee immer noch weiße Flecken für uns, auch wenn wir sie vielleicht nicht mehr auf die Landkarten setzen müssen. Aber die spannendste Zeit des Entdeckens hat gerade erst angefangen geht es den Wissenschaftlern bei ihren Expeditionen doch nun vor allem darum, ökologische, physikalische oder historische Zusammenhänge zu verstehen und ihr karges Detailwissen zu einem Erkenntnisbild zu verdichten.
Um sie dabei begleiten zu können, muss ich immer wieder auf Zusatzqualifikationen zurückgreifen, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie jemals für meinen Beruf als Journalist gebrauchen könnte: Schwindelfreiheit und körperliche Fitness gehören ebenso dazu wie ein sicherer Umgang mit Eispickeln, Kletterseilen und Tauchgeräten.
Die Reisen sind oft strapaziös. Umso mehr freut man sich dann, nach Hause zurückzukommen wo ich im vergangenen Jahr ein Abenteuer von ebenso fordernder, wenn auch ganz anderer Art erleben durfte: Für ein Jahr habe ich eine Auszeit genommen, um die größte Entdeckerin, die ich bisher kennengelernt habe, bei ihren ersten Schritten begleiten zu können. Meine Tochter.
Es war eine heilsame Erfahrung, um das Staunen nicht zu verlernen.
Lars Abromeit, 1974 in Berlin geboren, konnte sich nach dem Abitur nicht für eine Fachrichtung entscheiden und hat daher Rechtswissenschaften und Biologie studiert, um dann an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg das Handwerk des Schreibens und Recherchierens zu lernen. Seit 2002 ist er Redakteur bei GEO.
Beiträge für GEO.de
-

Fotogalerie: Die tiefste Höhle Deutschlands
Sechs Kilometer nördlich von Berchtesgaden ragt die tiefste Höhle Deutschlands in den Fels: das Riesending im Untersberg -

Video: Unterwasserwelt Palau
Palau ist ein Archipel im Pazifik. Dort erforschen Wissenschaftler die Mechanismen der Evolution - in Salzwasserseen mit abermillionen Quallen -

Fotogalerie: Höhlen - Forschung für die Medizin
Unterirdisches Pharmalabor: Im Innern der Erde, im Höhlensystem "Lechuguilla", suchen Wissenschaftler nach Bakterien, aus denen sie neuartige Medikamente gewinnen wollen -
Welchen Fisch darf man noch essen?
In einer aufwändig recherchierten PDF-Tabelle empfiehlt GEO Fischarten für den ökologisch korrekten Einkauf. Und in einer Hintergrundreportage beleuchten Reporter die finstere Praxis des industriellen Fischfangs -

Antarktis: Archiv der Vorzeit
Im Gletscherschild der Antarktis klafft eine Lücke, in der sich eine Ödnis aus Staub erstreckt. Seit Jahrmillionen hat es in diesen Trockentälern nicht mehr geregnet - dennoch gedeihen hier, verborgen in gefrorenen Seen, bizarre Organismen. Von einer Station an der Küste sind mehrere Forscherteams aufgebrochen, diese extreme Welt zu erkunden. GEO-Reporter haben sie begleitet. Mit Fotoshow und Online-Tagebuch -

Der Gipfelstürmer
Seine Kollegen nahmen ihn nicht ernst, als er ausgerechnet auf tropischen Gletschern Aufschlüsse über den Klimawandel gewinnen wollte; seine Ärzte sorgen sich um seinen Körper. Beides hat Lonnie Thompson nie gebremst. Asthmakrank und unter einer Herzschwäche leidend, klettert der Amerikaner seit 32 Jahren auf eisige Gipfel. Längst hat er die Zweifler besiegt - aber unermüdlich vergrößert er seine "Eis-Bibliothek" -
Lake Bonney Camp - 18. November
Lars Abromeit begleitet ein Forscherteam zum Taylor-Gletscher. Unter seinem Eispanzer vermuten die Wissenschaftler ein Reservoir aus eisen- und schwefelhaltigem Wasser, das seit fünf Millionen Jahren vom Licht abgeschottet ist und dennoch Mikroorganismen beherbergt -
Mt. Erebus/Christchurch - 7. Dezember
Die Zeit in der Antarktis geht für Lars Abromeit zu Ende. Auf dem Rückweg in den neuseeländischen Sommer erzählt er von den letzten Tagen im Eis -
Lake Hoare - 10. November
Nach einer Woche in der Olympus Range kehren Lars Abromeit und George Steinmetz zurück in die Gegenwart. Am Lake Hoare treffen sie die Glaziologen Thomas Nylen und Martyn Tranter und erleben den Charme einer Almhütte -
Olympus Range - 6. November
Lars Abromeit ist in den "Dry Valleys" angekommen. Auf 1600 Metern Höhe, im "Olympus Range", wollen die Forscher der Frage nachgehen, wann genau der antarktische Kontinent in Kälte erstarrte -
McMurdo Station - 30. Oktober
Bevor es in die "Dry Valleys" geht, lernen die Teilnehmer der Expedition, wie man sich auf Schneemobilen bewegt, eine Notrufantenne aufbaut oder eine Eishöhle gräbt. Außerdem hat GEO-Redakteur Lars Abromeit Weddell-Robben gefilmt und ein Interview mit dem Robbenforscher Robert Garrott aufgezeichnet -
Tagebuch: Expedition ans Ende der Welt
In der Antarktis suchen Wissenschaftler nach Spuren vergangener geologischer Zeitalter und nach den Grenzen des Lebens. GEO-Redakteur Lars Abromeit und der US-Fotograf George Steinmetz begleiteten sie und führten für GEO.de ein Online-Tagebuch -
Legoland - 22. Oktober
Lars Abromeit ist in der Antarktis angekommen. In der Südpol-Station McMurdo, die die Amerikaner "Legoland" nennen, leben im antarktischen Sommer fast 1200 Menschen. Ein Stück Amerika mitten im weißen Vakuum
