Expedition von 1947 7000 Kilometer auf einem Floß über den Pazifik: Das riskante Experiment des Thor Heyerdahl

Höllenjob am Heck: Erst nach Wochen gelingt es den Männern, das Floß mit Steckschwertern und dem sechs Meter langen Ruder verlässlich zu navigieren
Höllenjob am Heck: Erst nach Wochen gelingt es den Männern, das Floß mit Steckschwertern und dem sechs Meter langen Ruder verlässlich zu navigieren
© Courtesy of the Kon-Tiki Museum
Am 28. April vor 75 Jahren startet der Naturforscher Thor Heyerdahl von Peru aus mit einem Holzfloß ein gewagtes Experiment. Sein Ziel: beweisen, dass die riesige Inselwelt von Südamerika aus besiedelt wurde. Fachleute verspotten den Norweger, doch jüngste Genanalysen rücken das Abenteuer in ein neues Licht

Binnen Minuten hat sich der Stille Ozean um die "Kon-Tiki" in ein Sturmmeer verwandelt: Dunkle Wolken jagen über den Himmel, Böen rauen die See auf. Mächtige Wogen heben das Floß fünf, sechs Meter empor, lassen es dann abrupt in die tiefen, blauschwarzen Täler hinabschießen. Es schlingert im Wind. Und die Holzstämme, aus denen das Floß gebaut ist, bewegen sich knirschend gegeneinander.

Thor Heyerdahl, der 32-jährige norwegische Leiter der Expedition, klammert sich vorn am Bug in der Takelage fest – als plötzlich ein Hilfeschrei aus dem Wasser das Tosen des Sturms durchschneidet.


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