Francisco de Orellana Der Spanier, der das sagenhafte "El Dorado" suchte – und den Amazonas entdeckte

Das Aussehen Francisco de Orellanas (ca. 1511 bis 1546) ist nicht überliefert; dieser fiktive Stich aus dem 20. Jahrhundert zeigt ihn, bevor er ein Auge verliert
Das Aussehen Francisco de Orellanas (ca. 1511 bis 1546) ist nicht überliefert; dieser fiktive Stich aus dem 20. Jahrhundert zeigt ihn, bevor er ein Auge verliert
© Granger, NYC/Alamy
Die Gier nach Edelmetall, Land und Sklaven treibt die Europäer im 16. Jahrhundert immer tiefer ins Innere des südamerikanischen Kontinents. Im Jahr 1541 macht sich der Spanier Francisco de Orellana von den Anden aus auf die Suche nach "El Dorado". Doch der Konquistador entdeckt kein Goldreich, sondern einen mächtigen Strom: den Amazonas

Sie kämpfen um ihr Leben, die etwa 50 Spanier im Urwald von Amazonien. Wenige Minuten zuvor ist der Flusslauf vor ihnen noch menschenleer gewesen, ein breites schlammbraunes Band, gesäumt von undurchdringlichem Grün. Doch dann tauchten am Ufer des Amazonas die geweißten Hütten eines Dorfes auf – und plötzlich schwärmten Kanus aus: zehn, 20, 40. Immer mehr. Auf den Einbäumen Krieger, ihre nackten Körper bunt bemalt, jeder verschanzt hinter einem mannshohen Schild aus Echsenhaut.

Die Indianer haben die zwei Boote der Europäer umzingelt, Trommeln geschlagen, auf hölzernen Trompeten geblasen. Und den Ring um die Spanier immer enger gezogen.


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