Wu Zetian: Die einzige Kaiserin Chinas (um 624 bis 705)
Aufgrund ihrer Schönheit nimmt der chinesische Kaiser die 13-jährige Halbwaisin Wu Zetian 637 in seinen Harem auf. Zehn Jahre lang ist sie eine seiner "talentierten Damen", ein unterer Rang der Hof-Beischläferinnen. Schwanger wird Wu nicht, deshalb steigt sie in der Hierarchie nicht auf. Als der Kaiser 649 stirbt, schert Wu Zetian sich nach alter Tradition die Haare und verlässt den Kaiserpalast, um fortan im Kloster zu leben. Doch der neue Kaiser holt sie zurück, schwängert die 27-Jährige und macht sie zur Kaiserin-Gemahlin. Höfische Intrigen führen schließlich dazu, dass ihr Mann Nebenbuhlerinnen fallen lässt. Als der Kaiser 660 einen Schlaganfall erleidet, übernimmt Wu Zetian die Regierungsgeschäfte – und führt sie bis zu seinem Tod 683 de facto allein. Eigentlich sollen die gemeinsamen Söhne dem Vater auf den Thron folgen, doch zwei Jahrzehnte lang bleibt Wu Zetian als Herrscherin an der Macht. Im Jahr 690 erklärt sie sich selbst zur Kaiserin. Sie ist die einzige Frau, die in der Geschichte Chinas diesen höchsten Adelstitel innehatte. 705 zwingt sie ein Putsch zur Abdankung. Später verunglimpft die chinesische Geschichtsschreibung Wu Zetian als machtlüsterne Frau.
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