Margarete von Anjou: Anführerin in den Rosenkriegen (1430 bis 1482)
Margarete wird 1430 in Pont-à-Mousson in Lothringen als Tochter des Herzogs René von Anjou geboren (Porträt aus dem 19. Jahrhundert). 1445 heiratet sie König Heinrich VI. von England und wird zur Königin gekrönt. Ihr Mann leidet an Nervenzusammenbrüchen und ist zeitweise regierungsunfähig. Margarete übernimmt inoffiziell die Regierung. Als Folge eskaliert 1455 ein blutiger dynastischer Konflikt um den englischen Thron: die Rosenkriege zwischen den Adelslinien Lancaster und York. Margarete ist die politische und militärische Anführerin der Lancasters. Um den Anspruch ihres Sohnes Edward auf den Thron zu sichern, organisiert sie Bündnisse mit Schottland und Frankreich, führt Heere in Feldzüge und Belagerungen. Bei der Schlacht von Tewkesbury 1471 stirbt ihr Sohn, sie selbst wird gefangen genommen, Heinrich VI. im Tower ermordet. Bis 1475 lebt sie in Haft, bis ein Cousin, der französische König Ludwig XI., sie auslöst. Margarete kehrt nach Anjou zurück, wo sie 1482 in Armut stirbt. Zeitgenossen beschreiben sie als tapfere, mutige und unerschrockene Anführerin – oder als machtsüchtige Herrscherin.
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