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Mikroabenteuer Vier idyllische Kanutouren durch Deutschlands Großstädte

Wer sagt denn, dass man in Großstädten lange auf Grünphasen warten müsse? Diese wildromantischen Strecken führen mitten durch deutsche Metropolen
Waldsee Lauer

Abendrunde auf dem Waldsee Lauer. Dass er ein künstlicher See ist, der dem Braunkohletagebauzuzuschreiben ist, sieht man ihm nicht mehr an

In diesem Artikel
Leipzigs Wilder Westen
Hamburg: Gegen den Strom
Nürnberg: Das grüne Band der Metropolregion
Düsseldorf: Sportlicher Zubringer auf der Erft

Leipzigs Wilder Westen

Leipzig

Einfache Tour, die fast ausschließlich durchs Leipziger Stadtgebiet und über Elster und Pleiße führt

  • Länge: ca. 27 km
  • Dauer: 2 Tage
  • Start-Ziel: Stadthafen Leipzig
  • Schwierigkeit: Einfache Tour, die fast ausschließlich durchs Leipziger Stadtgebiet und über Elster und Pleiße führt

Erste Etappe

Stadthafen Leipzig: Mitten im Elsterbachviertel geht’s los. Wer keinen Kanadier hat, leiht ihn sich hier (11 €/Stunde, stadthafen-leipzig.com).

Palmengartenwehr: Abstand halten von der Staustufe! Wir biegen ohnehin backbord ab ins Elsterflutbett.

Connewitzer Wehr: Per Klingel fordert ihr hier euren Schleusengang an. Danach wird’s zusehends idyllischer.

Floßgraben: 1,5 Kilometer nach dem Connewitzer Wehr zweigt steuerbords der naturgeschützte Floßgraben ab. Die erlaubten Durchfahrtzeiten checkt ihr unter leipzig-wahren-kanu.de.

Waldsee Lauer: Benannt nach einem Gut, das dem Tagebau weichen musste. Apropos Gut: Hier findet ihr gute Anlande- und Lagerstellen.

Cospudener See: Einstiges Tagebaubecken, heute Naherholungsgebiet. Alternativer Tourenverlauf: Vom Westufer in die Weiße Elster übertragen, stadteinwärts paddeln und am Pistorissteg übersetzen.

Floßgraben

Einfahrt in die grüne Hölle? Nein, bloß in den Floßgraben. Das schmale Flüsschen gehört den Eisvögeln und darf daher nur wenige Stunden am Tag befahren werden!

Zweite Etappe

Floßgraben: Zurück geht’s ein zweites Mal durch den Floßgraben ins Elsterflutbett

Pistorissteg: Aussetzen und circa 50 Meter weit übertragen in die Weiße Elster – einen schmalen, natürlichen Flusslauf mit leichten Stromschnellen

Weiße Elster: Ab jetzt wird die Tour zusehends urbaner. Zwischen Sportbad und Limburger Straße passiert ihr eine Nutria-Kolonie

Karlbrücke: Kurz hinter der Karlbrücke biegt ihr backbords in den Karl-Heine-Kanal ein.

Mørtelwerk: Kleiner Anleger mit Bistro. Perfekt für Kaffee- und Grillgutpausen.

Lindenauer Hafen: Auf dem Weg wird das Vorwärtskommen zusehends mühsamer: Das Wasser steht voller Wasserpest.

Karl-Heine-Kanal: Nach einer Ehrenrunde im Hafen geht’s durch den Kanal zurück auf die Weiße Elster. Dieser folgt ihr am Palmengartenwehr vorbei zurück zum Stadthafen.

Leipzig

Urbaner Pendelverkehr: In Leipzig beginnt und endet die Tour mitten in Wohnvierteln

Hamburg: Gegen den Strom

Kanutour Hamburg

Direkt aus dem Herzen der Hansestadt geht es auf der Alster flussauf gen Norden – je länger man paddelt, desto grüner wird’s.

  • Länge: 14 km
  • Dauer: 4-5 Std
  • Start – Ziel: Außenalster
  • Info: Direkt aus dem Herzen der Hansestadt geht es auf der Alster flussauf gen Norden – je länger man paddelt, desto grüner wird’s.

Start // Alster: Am Abzweig Isebekkanal liegt der Bootsverleih supperclub.de. Hier kann man Kajaks, Kanadier, Tretboote und Stand-up-Boards stundenweise mieten.

Eppendorf: Der Mühlenteich dient den Alsterschwänen als Winterquartier. Einen langen Hals macht man auch als Paddler, wenn man rund um Hayns Park die mondänen Anwesen der Schönen und Reichen bestaunt.

Groß Borstel: Verpflegungspause? Perfekt im Bistro Braband.

Ohlsdorf: Auf dem 391 Hektar großen Friedhof liegen viele Hamburger Persönlichkeiten bestattet. Hier die Schleuse umheben und weiter flussaufwärts paddeln – ab jetzt wird’s urwaldartig.

Rückweg: Nach der Wende vor der Ohlsdorfer Schleuse zweigt rechts der Brabandkanal ab. Wieder in der Alster angekommen, geht’s gleich links in den Skagerrak-Kanal und an den luxuriösen Anwesen von Alsterdorf vorbei.

Mehr Infos und Touren: hamburg.de/kanufahren

Nürnberg: Das grüne Band der Metropolregion

Nürnberg Kanutour

Pegnitz und Rednitz vereinensich zur Regnitz. Klingt komisch, sorgt aber für einen tollen Paddeltag direkt aus der Stadt

  • Länge: 12 km
  • Dauer: 3-4 Std.
  • Start – Ziel: Nürnberg/Fürth-Vach. Pegnitz und Rednitz vereinen sich zur Regnitz. Klingt komisch, sorgt aber für einen tollen Paddeltag direkt aus der Stadt.
  • Info: Die Pegnitz bzw. Regnitz wartet mit flotter Strömung, ein paar Schwallstrecken und Wellenauf. Etwas Paddelerfahrung ist ratsam.

Start: Am Westbad gibt es Parkplätze und eine einfache Einstiegsstelle

Fürth: Obwohl die Städte Nürnberg und Fürth fließend ineinanderübergehen, schlängelt sich die Pegnitz äußerst grün durch den urbanen Ballungsraum. Beine vertreten? Kurz hinter der Autobahnbrückeder A73 liegt am linken Flussufer das Rundfunkmuseum (rundfunkmuseum.fuerth.de). Alternativ beginnt nur 200 Meter nach dem Museum der Stadtpark – ideal für ein gemütliches Picknick.

Wolfsgrubermühle: An der historischen Mühle muss ein kleines Wehr umtragen werden.

Zusammenfluss: Auf Höhe des Friedhofs Fürth vereinigen sich Pegnitz und Rednitz zur Regnitz. Ab hier nimmt die Strömung zu, ein paar spritzige Sohlgleiten sorgen für Abwechslung und Abkühlung.

Ziel // Vach: Zwischen Fürth und Vach fließt die Regnitz mit leichter Strömung durchs Grüne – man merkt kaum, dass man noch immer durchs Stadtgebiet paddelt. Ausstieg an der Kunstmühle vor dem Wehr. Wer länger Zeit hat, kann die Tour (mit einigen Wehrumtragen) bis Bamberg fortsetzen.

Waldsee Lauer

Praktisch, wenn man sich das Abendbrot direkt vom Lagerplatz aus anlanden kann. Nur beißen müssten die Fische natürlich

Düsseldorf: Sportlicher Zubringer auf der Erft

Kanutour Düsseldorf

Einige Wehre, Wellen und Walzen auf der Erft, Schifffahrtsverkehr auf dem Rhein – diese Tour ist definitiv nichts für blutige Anfänger

  • Länge: 18 km 
  • Dauer: 4-6 Std.
  • Start – Ziel: Neubrück/Hafen Düsseldorf. Auf der Erft geht es bis zur Mündung in den Rhein bei Neuss und weiter bis zum Düsseldorfer Medienhafen
  • Schwierigkeitsgrad: Einige Wehre, Wellen und Walzen auf der Erft, Schifffahrtsverkehr auf dem Rhein – diese Tour ist definitiv nichts für blutige Anfänger

Start // Neubrück: Wasserfeste Paddlersteigen oberhalb des Wehrs ein, weniger Mutige darunter.

Museum Insel Hombroich: Das 1987 eröffnete Museum (inselhombroich.de) bildet eine einzigartige Mischung aus Kunst, Natur und Architektur.

Altes Bootshaus: Hunger? Durst? Im Biergarten »Altes Bootshaus« lässt sich wunderbar Kraft tanken für die verbleibenden Kilometer.

Gnadental: Nicht wundern, wenn nach der Stromschnelle unter der Brücke plötzlich Torstangen im Weg hängen – hier trainieren Kanuslalom-Sportler aus ganz Nordrhein-Westfalen für große Wettkämpfe. Etwa 400 Meter weiter lockt die Wiesenwehr-Walze regelmäßig Freestyle-Akrobaten an die Erft.

Neuss: Hier mündet die Erft in den Rhein. Wer vor der Querung des großen Stroms noch mal verschnaufen will, hält sich links und biegt in den Neusser Sporthafen ab.

Ziel // Düsseldorf: Achtung beim Queren des Rheins – die großen Pötte haben nicht nur Vorfahrt, sie sind im Zweifel auch stärker als ein kleiner Kanute! Nach etwa vier Kilometern schlängelt sich der Rhein in eine Rechtskurve, wenig später ist die Hafeneinfahrt erreicht.

Tipp: Ein kompetenter Anbieter von Kanu- und Schlauchboottouren ist wupperkanu.de

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