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Von Borkum bis Wangerooge Ostfriesische Inseln: Welche Insel für welchen Urlaubstyp die richtige ist

Strandkorb mit Blick aufs Meer
Der Blick aufs Meer lässt bei vielen Reisenden das ultimative Urlaubsglück aufkommen
© ThomBal - Shutterstock
Ab auf die Insel – das ist für viele Menschen der Inbegriff des Traumurlaubs. Dafür ist aber nicht gleich eine Fernreise notwendig. Die Ostfriesischen Inseln bieten Entspannung, Natur und Familienspaß direkt vor der deutschen Haustür. Wir stellen Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge vor

Inhaltsverzeichnis

Die gute Nachricht: Mit insgesamt sieben Inseln ist die Auswahl für den Urlaub an der Nordseeküste groß. Die noch bessere Nachricht: Die Ostfriesischen Inseln bieten für jeden Urlaubsgeschmack etwas und versprechen Erholung pur mit überschaubarer Anreise. Die Inseln im Wattenmeer liegen jeweils nur vier bis zehn Kilometer von der Nordseeküste entfernt und sind bequem mit der Fähre zu erreichen.

Sandstrände und Wattenmeer

Selbst bei der Auswahl der Urlaubsart bieten die sieben unterschiedlichen Inseln vor der Küste von Ostfriesland eine große Vielfalt. Es gibt sowohl die autofreie Insel als auch die Insel, auf der Sie ihren Wagen mitnehmen können. Eines aber haben alle Ostfriesischen Inseln: herrliche Sandstrände.

Mit den Namen ist es wie bei allen Dingen, die in einer Reihenfolge nach- oder nebeneinander liegen: Ab fünf Namen wird es schwer, sich alle zu merken. Das gilt auch für die deutschen Inseln in der Nordsee vor der Küste von Ostfriesland.

Karte der Ostfriesischen Inseln
Die ostfriesischen Inseln liegen vor der niedersächsischen Festlandsküste
© ii-graphics - Shutterstock

Am besten fahren Sie mit dem Satz: Bei jeder Nordseeinsel belagern lustige Seemöwen Wattwürmer. Dann haben Sie die Inselkette von West nach Ost:

Erholung vor der Küste von Ostfriesland

Welche aber ist nun die Schönste der ostfriesischen Inseln? Das liegt tatsächlich  im Auge des Betrachters und an den individuellen Urlaubswünschen. Feststeht: Erholung finden Sie auf jeder der Ostfriesischen Inseln. Jede hat ihren ganz eigenen Charakter – vom Nordseebad und Nordseeheilbad bis hin zum Dünen-Wanderparadies. Einige der Inseln haben auch einen kleinen Flugplatz, sodass Sie auch durch die Luft anreisen können, was eine gute Gelegenheit für tolle Urlaubsbilder ist.

Ostfriesische Insel erst rund 8000 Jahre alt

Borkum liegt ganz im Westen der Inselkette und ist gleichzeitig die größte der ostfriesischen Inseln. Tatsächlich sind die Inseln kein ehemaliger Teil des Festlandes, sondern haben sich nach dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 8000 Jahren herausgebildet. Ursprünglich lag der Meeresspiegel hier 120 Meter unter dem heutigen Stand. Durch das Abschmelzen der Gletscher haben sich Wasserhöhen und Küstenlinien verändert und verschoben.

Borkum: viel Platz für den Urlaub

Mit einer Fläche von gut 31 Quadratkilometern bietet Borkum für eine Insel reichlich Platz. Kein Wunder, dass Sie ihr Auto hierhin in den Urlaub mitnehmen können. Von Emden aus gibt es eine Fährverbindung. Für 20 Euro pro Erwachsenem kommen Sie in knapp zwei Stunden auf die Insel.

Leuchtturm auf der Insel Borkum
Die ostfriesische Insel Borkum ist vor allem als Nordseeheilbad bekannt
© WalterWeiss - Shutterstock

Aber aufgepasst: die Natur an der Nordseeküste beeinflusst durch die Gezeiten auch die Fahrzeiten. Es kann auch mal zwei Stunden und 45 Minuten dauern, bis Sie ihr Urlaubsziel in der Nordsee erreichen. Und: Nachts oder im Zentrum von Borkum kann es saisonbedingt Fahrverbote für Autos geben.

Borkum ist vor allem als Nordseeheilbad bekannt. Hier gibt es zahlreiche Kureinrichtungen von der Klinik bis zur Reha-Einrichtung. Die saubere und salzhaltige Meeresluft und die Nordsee sind aber naturgemäß auch für Urlaubsgäste zugänglich. Das gilt auch für das Wahrzeichen der Insel: den Leuchtturm von 1576, der eine hervorragend Sicht über Borkum bietet.

Ostereierrollen und Drachenfestival

Außer Strandkorbspaß, Meeresrauschen und einer Kleinbahn bietet Borkum auch kulturell Anlässe, die einen Besuch wert sind. Neben dem bekannten Jazz-Festival zu Pfingsten oder dem Drachenfestival im August, ist auch das traditionelle Schleudern und Rollen von Ostereiern auf der Wiese ein Hingucker.

Das Ziel: möglichst wenig Eier zu zerbrechen. Falls dann jemand neben Ihnen steht und laut "Öy" ruft, hat er sich nicht etwa erschrocken. Das ist die traditionelle Begrüßung auf Borkum. Sie können aber auch schlicht "Moin" sagen.

Juist: die autofreie Insel

Was Borkum in der Breite hat, zeichnet die Nachbarinselinsel Juist in die andere Richtung aus: Sie ist mit 17 Kilometern die längste Ostfriesische Insel. Abgesehen davon hat Juist noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Das historische weiße Strandhotel "Kurhaus Juist", auf dem seit der kürzlichen Sanierung eine Miniaturausgabe der Glaskuppel des Deutschen Reichtages thront. Zusammen mit der Strandhalle, dem Meerwasser-Erlebnisbad und dem "Haus des Kurgastes" ist die architektonisch Silhouette von Juist bereits eindeutig bei der gut 90-minütigen Anfahrt mit der Fähre aus Richtung Norddeich zu sehen.

Radfahrer und Pferdekutsche auf Juist
Autos gibt es nicht auf Juist - dafür umso mehr Fahrräder und Pferdekutschen
© mauritius images / Roland T. Frank

Autos gibt es nicht auf Juist. Dafür aber vier schöne Radrouten und bei einer Höhe von drei Meter über Null eignet sich die autofreie Insel gut dafür, Ihren Kindern das Radfahren beizubringen. Was für eine Urlaubserinnerung. Das gilt auch für die Kutschfahrten, die auf Insel als traditionellem Verkehrsmittel möglich sind.

Juist ist also eher ruhig, hat traumhafte Strände und eine besonderes Angebot für Fischfans: Das Brandungsangeln, bei dem vom Strand aus mit der Angelrute wie beim Fliegenfischen der Köder weit in die Brandung hinausgeworfen wird. Eine Fanggarantie gibt es nicht, aber doch den einen oder anderen Wolfsbarsch am Haken.

Norderney: Erholung an der Nordseeküste

Norderney hat unter den ostfriesischen Inseln mit das größte Freizeitangebot. Vom Kinderspielpark über das kuschelige Kino mit roten Plüschsitzen im historischen Kurtheater bis zum Wattenmeer-Besucherzentrum. Sie können ihr Auto per Fähre von Norddeich auf die Insel nehmen – aber dort steht es meist auch, weil es zwischen Oster- und Herbstferien zahlreiche Einschränkungen gibt.

Landschaft mit Feldern und Teich auf Norderney
Felder, Dünen und kleine Wälder prägen die Insel Norderney
© Wirestock Creators - Shutterstock

Mit Bussen oder Rad lässt sich hier bestens Urlaub machen – wie auf allen ostfriesischen Inseln. 26 Kilometer Radstrecke durch Dünen und am Strand entlang bieten auf Norderney eine schöne Ausflugsrunde für die ganze Familie.

Wer das Stranderlebnis des Tages mit Sand, Wellen und Meeresbrise auf der Insel noch toppen, mietet sich am besten einen Schlafstrandkorb. Für 89 Euro lässt sich hier schön eingekuschelt zu Zweit die Nacht unter dem Sternenhimmel verbringen. Tipp: Champagner nicht vergessen!

Baltrum: Strandsingen mitten in der Natur

Auf Baltrum ist vieles anders. Die Insel ist mit einer Länge von fünf Kilometern und nur 1,4 Kilometer Breite die kleinste der Ostfriesischen Inseln. Vielleicht der Grund, warum die Dünen hier besonders auffällig und schön sind. Überhaupt ist gesamte Insel eher in Bodenwellen angelegt und bietet dadurch auch Raum und Schutz für kleine Wäldchen. Die Schwingung der Insel geht soweit, dass sogar ein öffentliches Strandsingen stattfindet: Jeden Mittwoch um 19 Uhr singt direkt am Meer jeder mit, der dazu Lust hat.

Strand mit Dünen und Dünengras auf Baltrum
Die ostfriesische Insel Baltrum besticht mit ihrer wunderschönen Dünenlandschaft
© oldnobody - Shutterstock

Baltrum ist besonders gut für Familien geeignet. Abhandenkommen können Ihre Sprösslinge Ihnen hier aufgrund der kleinen Inselgröße nicht und eine Gefahr durch Autos gibt es auch nicht. Auf Baltrum wird alles ganz gemächlich mit Pferdekuschen transportiert – auch die Urlauber.

Das Einzige, was sich etwas schneller bewegt, sind die Kitesurfer, die hier gute Bedingungen haben. Dem Strandspaß tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Badestrände sind für Badegäste reserviert und durch den langen, flachen Verlauf ins Wasser ein Paradies für jüngere Sandburg- und Plantschfans.

Langeoog: größte Silbermöwenkolonie der Nordseeküste

Die Nachbarinsel Langeoog trägt ihren Namen zu recht: die "Lange". Selbst die Sandstrände sind hier mit 14 Kilometer besonders lang – und das bei einer Gesamtlänge der Insel von 11 Kilometern. Auch nach oben setzt das flache Eiland in der Nordsee Maßstäbe. Die Dünen sind bis zu 20 Meter hoch und von daher auch eine Attraktion der Insel.

Vögel fliegen über Langeoog
Langeoog ist ein echtes Naturparadies zwischen Watt und Meer
© Doris Oberfrank-List - Shutterstock

Auf Naturlehrpfaden wie dem "Flinthörn" erfahren die Besucher viel über die einzigartige Natur. Ihr Essen sollten Sie bei Ausflügen besser nicht offen in der Hand tragen. Mit rund 30.000 Silbermöwen verfügt die Insel über die größte Kolonie dieser Seevögel in Deutschland.

Auch bei der Wasserrutsche am Erlebnisbad haben sich die Erbauer am Namen der Insel orientiert. Mit 42 Meter Länge sorgt sie für Badespaß. Ebenso wie das Meerwasserwellenbrandungsbad. Und geschickt von der Inselverwaltung: Die einzelnen Strandabschnitte sind Besuchern mit bestimmten Vorlieben zugeordnet, damit nicht der Raucher gegen den Drachenlenker läuft, die Hunde nicht den Sportfans durch die Beine rennen und Jugendliche ohne Erwachsene unter sich sind.

Spierkeroog: einzige ostfriesische Insel ohne Flugplatz

Spiekeroog ist eindeutig eine Insel zum Abschalten. Sie hat als einzige der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln keinen Flugplatz. Es gibt auch keine Autos, sondern Pferdekutschen. Wenn Sie gern Rad fahren möchten, können Sie ihr eigenes Rad auf der Fähre von Neuharlingersiel mitbringen.

Fußgänger-Straße auf der Insel Spiekeroog
Kein Autolärm stört die Urlaubsruhe: auf Spiekeroog erledigt man alles zu Fuß oder mit dem Rad
© PRILL - Shutterstock

Aber weit kommen Sie auf der zehn Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Insel nicht. Die strauchbewachsene Dünenlandschaft  hat schöne Wanderwege und das Durchatmen fällt auf der absolut ruhigen Insel leicht.

Panoramasauna mit Blick aufs Meer

Wenn Sie plötzlich ein Reh vorbeilaufen sehen, ist das nicht etwas eine Erscheinung. Die Population wird auf 50 Tiere geschätzt, die ursprünglich vom Festland über das trockengefallen Watt eingewandert sind und ausgewildert wurden. Neben den Stränden gibt es das Inselbad mit Panoramasauna und Blick auf die Nordsee.

Wie ruhig es auf Spiekeroog ist, zeigt der jüngste Antrag der Inselverwaltung: Spiekeroog will offiziell zum anerkannten Sternenpark werden – also einem Ort für beste Sicht auf den Nachthimmel. Der Grund: Auf Spiekeroog gibt es nachts keine Lichtverschmutzung. Die Insel zählt zu den im Positiven dunkelsten Orten in Deutschland.

Wangerooge: Insel für StandUp-Padler und Surfer

Zwar acht Kilometer lang, aber nur einen Kilometer breit ist die Insel Wangerooge. Sie ist die letzte der Ostfriesischen Inseln im gut 90 Kilometer langen Band der deutschen Inseln an der Nordseeküste in Ostfriesland in Richtung Osten. Die Fährfahrt von Harlesiel dauert gut anderthalb Stunden.

Strand von Wangerooge mit Leuchtturm
Wasser, Wind und starke Wellen machen Wangerooge zu einem beliebten Urlaubsziel von Surfern
© Katrin Friedl Fotografie - Shutterstoc

Die Insel hat zwar nur rund 1000 Einwohner, aber trotzdem eine Eisenbahn. Die Schmalspurbahn bringt Sie vom Fähranleger in den Hauptort. Es ist die einzige Schmalspurbahn Deutschlands, die von der Deutschen Bahn betrieben wird.

Auf Wangerooge selbst ist die Natur das eigentliche Urlaubserlebnis. Der Strand und die Dünen sind nur wenige Gehminuten vom Inseldorf entfernt. Die Auszeit bei Sonne, Wind und Wellen sorgt das Urlaubserlebnis.

Apropos Wellen: Wangerooge ist ein Hotspot für Wellenreiter auch StandUp-Paddling wird auf der Insel angeboten. Wer sich das Inselmuseum angesehen hat und bei Regen was unternehmen will, der ist im kleine Inselkino oder dem Meerwasser-Freizeitbad gut aufgehoben.

Ostfriesische Inseln mitten im UNESCO Weltnaturerbe

Aber ganz egal, wo Sie auf den Ostfriesischen Inseln Urlaub machen – dazu gehört auf jeden Fall das Wattwandern. Schließlich liegen die Inseln im Wattenmeer und damit direkt im UNESCO-Weltnaturerbe. Führungen bei Ebbe mit viel Wissen und Spaß beim Barfuß-Gang über den Meeresboden werden auf jeder Insel angeboten. Auch die Salzwiesen als einzigartige Biotope mit vielen besonderen Pflanzen, Insekten und Vögeln sind ein spannendes Thema.

Hunde im Urlaub auf allen ostfriesischen Inseln erwünscht

Wer seinen Hund mit in den Urlaub mitnehmen will, ist auf allen Ostfriesischen Inseln willkommen. Es gibt überall Hundestrände und viele Hotels, die Hunde als Zimmergast sehen. Die beste Reisezeit für Sonnenhungrige und Badefans ist von Mai bis August. Das Wasser der Nordsee kann bis zu 20 Grad warm werden.

Mann läuft mit Hund bei Sonnenaufgang am Strand entlang
Auf allen ostfriesischen Inseln gibt es ausgewiesene Hundestrände. Über deren Lage sollte man sich vor Buchung der Unkunft informieren
© Osadchaya Olga - Shutterstock

Ein Quartier sollten Sie bestenfalls längerfristig im Vorfeld buchen. Die Hotels auf den Inseln sind schnell mal voll – besonders zu Ferienzeiten.

Wer die Ostfriesischen Inseln mal anders erleben will, der wartet einfach bis zum Spätherbst oder Winter. Dann lässt es sich zwar nicht mehr so gut Baden, aber dafür wartet mit Glück etwas Einzigartiges auf Sie: Eine Sturmflut zu erleben - mitten im Meer.


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