Strahlungsdetektor "Ray Cat"
Der Schweizer Fotograf Marcel Rickli beschäftigt sich mit Zukunftsfragen. Über die experimentellen, inszenierten Werke aus seiner Serie "AEON" fragt er, wie wir heutigen Menschen sicherstellen können, dass noch die Menschen in einer Million Jahren wissen, wo sich Endlager radioaktiver Abfälle befinden. Forschende vermuten, dass die Region um Tschernobyl erst in frühestens 240.000 Jahren wieder bewohnbar sein wird. Die Dimensionen der Radioaktivität sprengen die menschliche Vorstellungskraft von Zeit und Raum. Die französische Autorin Françoise Bastide und der italienische Semiotiker Paolo Fabbri schlugen 1984 vor, Katzen genetisch zu modifizieren. Um die radioaktive Strahlung für den Menschen wahrnehmbar zu machen, empfahlen sie, Tiere zu züchten, die auf ein undichtes Endlager mit einer Verfärbung der Haut reagieren. Die Rolle dieser Spezies als Strahlungsdetektor sollte durch die Einführung eines passenden Namens "Ray Cat" etabliert werden.
© Marcel Rickli