Rückkehrerin
Von den ursprünglich mehreren Hunderttausend Menschen in der Sperrzone um Tschernobyl kehrten nur vereinzelt einige in den Jahren danach zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Wenige Hundert Rückkehrerinnen und Rückkehrer leben illegal in der radioaktiven Region. Sie werden von den Ukrainerinnen und Ukrainern "Samosely" (deutsch: "Selbstsiedler") genannt. Eine von ihnen ist Maria Semenyuk. Sie ließ sich 1986 nicht umsiedeln, sondern zog wenige Monate nach der Katastrophe in ihr Haus im Dorf Paryshev in der Sperrzone zurück. Bis zum Tod der über 70-Jährigen im Jahr 2016 begleitete der italienische Fotograf und Filmemacher Pierpaolo Mittica ihen Alltag. Seine Porträts von Menschen, die in Tschernobyl blieben, sind ebenfalls Teil der Ausstellung im Stadthaus Ulm.
© Pierpaolo Mittica