GEO.de - Indonesien: Schlammflut ist nicht zu stoppen Seite 1 von 1
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Artikel vom 27.2.2007

Text von Anke Sparmann und Peter Carstens

Indonesien: Schlammflut ist nicht zu stoppen

Noch immer ergießen sich täglich hunderttausende Kubikmeter heiße Sedimente aus dem Schlammvulkan von Java. Und auch der jüngste Rettungsversuch indonesischer Ingenieure scheint zum Scheitern verurteilt



Arbeiter bereiten die Versenkung von Betonkugeln vor - ein weiterer verzweifelter Versuch, die Schlammflut aufzuhalten (Foto von: AP Photo/Trisnadi)
© AP Photo/Trisnadi
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Arbeiter bereiten die Versenkung von Betonkugeln vor - ein weiterer verzweifelter Versuch, die Schlammflut aufzuhalten

In seiner Februar-Ausgabe berichtete GEO über die verheerende Schlammflut auf der indonesischen Insel Java. Nachdem bereits ein Rettungsversuch des texanischen Spezialisten Jim LaGrone fehlgeschlagen ist, versuchen indonesische Ingenieure nun, die Quelle mit Betonkugeln zu verstopfen. Die bis zu 40 Kilogramm schweren Kugeln sind wie an einer Perlenschnur aufgereiht und werden von einem Kran aus in die Quellöffnung gerammt. Insgesamt bis zu 1500 solcher Kugeln wollen die Fachleute in den kommenden Wochen versenken.


Georg Delisle, Geophysiker an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, räumt dem erneuten Versuch geringe Chancen ein. "Ich weiß gar nicht, wie die sich das denken. Die spezifische Dichte der austretenden Flüssigkeit auf diese Weise so weit zu erhöhen, dass der Druck der Flüssigkeitssäule nachlässt, kann nicht gelingen. Wenn sie es aber darauf abgesehen haben, die Öffnung zu verstopfen, müssen sie damit rechnen, dass der Schlamm sich andere Wege sucht und aus anderen Öffnungen austritt." Delisle hält es für möglich, dass die Schlammflut noch Jahrzehnte andauert.


200 000 Kubikmeter Schlamm täglich

Seit Ende Mai 2006 tritt der heiße Schlamm aus der Erde. Zunächst waren es 50 000 Kubikmeter täglich, mittlerweile dürften es sogar mehr als 200 000 sein. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Der Schlamm bedroht das Leben einer ganzen Region. 5000 Häuser, zahllose Reisfelder, Fabriken und Schulen wurden schon zerstört. Rund 11 000 Menschen wurden obdachlos.

Schon zu Jahresbeginn war ein Rettungsversuch des texanischen Spezialisten Jim LaGrone gescheitert. Über seitliche Bohrungen wollte der Ingenieur zu der Schlammquelle in etwa drei Kilometer Tiefe vordringen. Durch die Zugänge hätte eine besonders schwere Flüssigkeit ("Micromax") gepumpt werden sollen, um die Strömungsgeschwindigkeit der Quelle bis auf null zu verlangsamen.


Noch Anfang Januar 2007 hatte sich Jim LaGrone gegenüber GEO-Reportern zuversichtlich gezeigt, dass sein Plan gelingen würde. Wenige Tage später wurden der US-Amerikaner und alle anderen an dem Projekt beteiligten westlichen Experten plötzlich entlassen. Der Versuch sei eine Verschwendung von Geld und Zeit, hieß es von indonesischer Seite. Der Energieminister Purnomo Yusgiantoro erklärte daraufhin, man wolle alle Anstrengungen darauf richten, den Schlamm in die Straße von Madura zu leiten. Die Meerenge liegt rund 20 Kilometer vom Ort des Unglücks entfernt.
Auf welche Weise die Schlamm-Massen, die bereits über 400 Hektar Land im Bezirk Sidoarjo bedecken und täglich weiter wachsen, zum Meer transportiert werden sollen, bleibt allerdings rätselhaft.


Hintergrund

  • Indonesien: Tödlicher Schlick (Foto von: Carsten Peter)

    Indonesien: Tödlicher Schlick

    Im Osten der Insel Java ist die Welt aus den Fugen geraten. Seit Mai 2006 strömt hier unaufhörlich aschgrauer Schlamm aus den Tiefen der Erde. Unter seinen Massen erstickt das Leben einer ganzen Region. Rettung verspricht ein Mann aus Texas, der im ersten Irak-Krieg brennende Ölfelder gelöscht hat
     




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Kommentare zu "Indonesien: Schlammflut ist nicht zu stoppen"


Martin Fürholz | 21.09.2008 07:43

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlammvulkan_auf_Java Zum heutigen Stand beachte man auch den Artikel auf der Webseite "wikipedia.org" (Link oben). Zitat: "Die Betroffenen erhalten von der indonesischen Regierung umgerechnet 26 Euro Hilfsgeld im Monat." Es wurde von japanischen Wissenschaftern vorgeschlagen einen Damm rund um den Schlammvulkan zu bauen, der rund 50 Mio. Euro kosten solle, allerdings erklärt sich bislang keiner bereit diese Kosten zu tragen. Mit vorzüglicher Hochachtung Beitrag melden!

Ellen Hoffmann | 18.09.2008 16:14

18.9.2008, den Artikel in geo 2007 erhielt ich gerade. Wie ist der heutige Stand? Beitrag melden!

Chrickel | 18.09.2008 08:32

01 August 2008 Es kommt weiterhin Schlamm aus der Erde. Und zwar auch an weiteren Stellen. Scheinbar ist der Druck des Gemisches sehr hoch, sodass es sich langsam durch die porösen oberen Erdschichten arbeitet. Etwa 1,5km vom Hauptloch entfernt schießt zyklisch alle 3 bis 10 sec eine 10 bis 15 m hohe Wassersäule hoch. Das macht sehr nachdenklich ob nicht auch noch weitere Entladungslöcher entstehen können, und zwar ausserhalb des eingedämmten Bereiches in dem die Dörfer schon verschwunden sind. Aussage ist dass ca 13m Schlamm innerhalb des ca 20m hohen Dammbereiches in 2 Jahren angesammelt sind. Frage ist, was in den nächsten 20 Monaten passiert. Es wird scheinbar mit vielen Baggern an einem Kanal ins Meer gearbeitet mit fragwürdigen Konsequenzen für die Umwelt. Ich persönlich meine das Loch kann nicht verschlossen werden somit kommt auch nur die gezielte Abführung/Sammlung des Schlamms in Frage bis ein Druckgleichgewicht entstanden ist. Konsequenz: Region müsste evakuiert werden. Beitrag melden!

Chrickel | 17.09.2008 21:17

01 August 2008 Es kommt weiterhin Schlamm aus der Erde. Und zwar auch an weiteren Stellen. Scheinbar ist der Druck des Gemisches sehr hoch, sodass es sich langsam durch die porösen oberen Erdschichten arbeitet. Etwa 1,5km vom Hauptloch entfernt schießt zyklisch alle 3 bis 10 sec eine 10 bis 15 m hohe Wassersäule hoch. Das macht sehr nachdenklich ob nicht auch noch weitere Entladungslöcher entstehen können, und zwar ausserhalb des eingedämmten Bereiches in dem die Dörfer schon verschwunden sind. Aussage ist dass ca 13m Schlamm innerhalb des ca 20m hohen Dammbereiches in 2 Jahren angesammelt sind. Frage ist, was in den nächsten 20 Monaten passiert. Es wird scheinbar mit vielen Baggern an einem Kanal ins Meer gearbeitet mit fragwürdigen Konsequenzen für die Umwelt. Ich persönlich meine das Loch kann nicht verschlossen werden somit kommt auch nur die gezielte Abführung/Sammlung des Schlamms in Frage bis ein Druckgleichgewicht entstanden ist. Konsequenz: Region müsste evakuiert werden. Beitrag melden!

Johanna | 10.06.2008 14:31

Ich bräuchte auch die neuesten Neuigkeiten. Für meine Präsentationsprüfung wurde dieses Thema aus 4 Vorschlägen ausgewählt. Liest denn niemand diese Kommentare? Wurde das Thema vergessen? Beitrag melden!

Klaus Schlag | 10.06.2008 11:53

09.Juni2008 Seit dem Artikel sind 16 Monate vorgangen. Was ist aus dem Versprechen von GEO geworden, weiter aktuell über diese Katastrophe zu berichten? Oder reiht sich GEO iauch n die Karawane der Aktion-/Katastrophenberichterstatter ein? Dann wars dann. KS Beitrag melden!

tim.bansemer@gmx.net | 25.11.2007 18:53

Denkt an: Kapitalismus, wer verdient und wer will kein Geld verlieren? Was sind schon ein paar Quatratkilometer verlohrenes Land im gegenzug von einem millionen Projekt. Da gibs Leute die weder interesse an der schließung haben, noch daran interessiert sind was mit den Leuten passiert. Denen wäre es sicherlich lieber wenn die Menschen in ihren Häusern unterm Schlamm liegen würde und nichs mehr sagen... Ne riesen Sauerrei ist das... Kurruption gegen Gerechtigkeit! Sucht euch was raus, am ende werden die Opfer dieser Katastrophe beschissen und die Verantwortlichen werden weiter ihre Gewinne nutzen um die Regierung zum > Nichtstun < zu bringen. Wer will sich schon um Armutsprobleme von Obdachlosen kümmern, wenn er sich mit seiner jungen Frau an nem Beach mit ner Ziggare und nem kühlen Bier das Leben versüßen kann? Lang lebe die Gerechtigkeit, lang lebe der Kapitalismus! Beitrag melden!

Flo | 14.10.2007 18:50

Anscheinend lässt die Indonesische Regierung wohl keine angebrachten Mittel einsetzen, um es wenigstens zu versuchen... Beitrag melden!

heinrich mellin | 25.09.2007 10:45

Gibt es noch immer nichts neues? Beitrag melden!

Christoph Cyprian Idinger | 13.09.2007 15:50

Haben die das mit dem Micromax eigentlich wirklich probiert oder ist der Texaner vorher entlassen worden? Beitrag melden!

Jürgen Jacobs | 05.09.2007 13:41

Schlammt es weiter? Keine aktuellen Infos gefunden. Beitrag melden!

Martin | 23.08.2007 17:57

Das is ne gute Frage. Imerhin ist der letzte bericht schon nen halbes Jahr her, und diese Betonkugeln können ja nicht alles sein was versucht wird Beitrag melden!

duevell.scharbeutz@t-online.de | 20.08.2007 18:18

Wie ist wohl der heutige Stand ? Beitrag melden!

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