Krillfischerei "Wir nehmen den Tieren in der Antarktis das Essen weg"

Wo viel Krill ist, da sind auch seine Jäger: Industrielle Krill-Trawler machen Zügelpinguinen (im Bild) und Bartenwalen zunehmend Konkurrenz. Und stellen mit ihren Fanggeschirren auch eine unmittelbare Gefahr für deren Leben dar
Wo viel Krill ist, da sind auch seine Jäger: Industrielle Krill-Trawler machen Zügelpinguinen (im Bild) und Bartenwalen zunehmend Konkurrenz. Und stellen mit ihren Fanggeschirren auch eine unmittelbare Gefahr für deren Leben dar
© Youenn Kerdavid/Sea Shepherd Global
Vom Krill hängen im Südpolarmeer fast alle größeren Lebewesen ab. Doch Trawler machen ihnen Konkurrenz. Aktivistin Meike Schützek kritisiert den Einsatz in der Fischzucht und in Omega-3-Kapseln

GEO: Von der Überfischung der Meere haben viele schon mal gehört. An kleine Krebse denken dabei wohl nur die wenigsten.

Meike Schützek: Der Antarktische Krill wird mit höchstens 6,5 Zentimetern nicht besonders groß – aber er tritt in riesigen Schwärmen auf, die angeblich sogar aus dem All zu sehen sind. Die zirkumpolare Biomasse von Krill, also die Gesamtmenge im Südpolarmeer, wird auf 340 bis 540 Millionen Tonnen geschätzt. Die Krebse spielen eine sehr wichtige Rolle für die Biodiversität, weil sie die Nahrungsgrundlage für viele große Wildtiere sind – von den Pinguinen über die Seevögel bis hin zu Robben und Walen. Außerdem speichert Krill große Mengen Kohlenstoff: einer Schätzung zufolge so viel, wie 35 Millionen Autos in einem Jahr in Form von CO2 ausstoßen.

Wie macht der Krill das?