Im Jahr 1837 malt der Norweger Johan Christian Dahl, ein Freund Caspar David Friedrichs, ein verrücktes Bild: einen Wolkenhimmel. Das Verrückte ist allerdings nicht der Himmel – sondern der Bildausschnitt: Der Abendhimmel mit seinen Creme-, Blau- und Grautönen ist das eigentliche Bildmotiv. Die Spitzen zweier Kirchtürme deuten lediglich an, dass der Maler den Himmel über einer Stadt gemalt hat. Vielleicht von seinem Atelierfenster aus? Die sakrale Architektur, für die der Himmel mit seinen Phänomenen jahrhundertelang lediglich einen dekorativen Hintergrund bildete – sie tritt nun selbst in den Hintergrund. Wird Nebensache.
Was uns heute selbstverständlich erscheint, der Blick in den Himmel, morgens aus dem Fenster, die Frage: Wie wird das Wetter? Gibt es Regen? Das Staunen über besondere Wolkenformationen, über morgendliche oder abendliche Farbsinfonien: All das war für Malerinnen und Maler jahrhundertelang kein eigenständiges Thema.