Kunstgeschichte Die Entdeckung der Wolken

Die Stadt – Kopenhagen – wird in dieser Wolkenskizze des Norwegers Johan Christian Dahl zur Nebensache, identifizierbar nur anhand der beiden Kirchtürme der barocken Petrikirche (links) und der Frauenkirche
Die Stadt – Kopenhagen – wird in dieser Wolkenskizze des Norwegers Johan Christian Dahl zur Nebensache, identifizierbar nur anhand der beiden Kirchtürme der barocken Petrikirche (links) und der Frauenkirche
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Besondere Wolkenformationen und Lichtspiele am Himmel wurden erst um 1800 zu einem eigenständigen Thema für die Kunst – inspiriert von einer noch jungen Wissenschaft

Im Jahr 1837 malt der Norweger Johan Christian Dahl, ein Freund Caspar David Friedrichs, ein verrücktes Bild: einen Wolkenhimmel. Das Verrückte ist allerdings nicht der Himmel – sondern der Bildausschnitt: Der Abendhimmel mit seinen Creme-, Blau- und Grautönen ist das eigentliche Bildmotiv. Die Spitzen zweier Kirchtürme deuten lediglich an, dass der Maler den Himmel über einer Stadt gemalt hat. Vielleicht von seinem Atelierfenster aus? Die sakrale Architektur, für die der Himmel mit seinen Phänomenen jahrhundertelang lediglich einen dekorativen Hintergrund bildete – sie tritt nun selbst in den Hintergrund. Wird Nebensache.

Was uns heute selbstverständlich erscheint, der Blick in den Himmel, morgens aus dem Fenster, die Frage: Wie wird das Wetter? Gibt es Regen? Das Staunen über besondere Wolkenformationen, über morgendliche oder abendliche Farbsinfonien: All das war für Malerinnen und Maler jahrhundertelang kein eigenständiges Thema.

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