Es geht nicht. Er hat es geahnt, wollte es nur nicht zugeben. Jetzt, im Spätherbst 1508, steht er auf dem Gerüst in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan und muss mitansehen, wie die "Sintflut" von der Decke bricht.
30 eisig kalte Tage lang hat Michelangelo mit durchgebogenem Rücken an diesem ersten Fresko seines Weltenzyklus gearbeitet, den Kopf tief in den Nacken gelegt, den Pinsel hochgereckt, Gesicht und Bart von Farbklecksen bedeckt. Doch das Zinnoberrot und das Kupfergrün halten sich nicht auf dem Putz, sondern bilden Schimmel.