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Kunstgeschichte Michelangelo: Sie nannten ihn den Göttlichen

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Er jage den Menschen Schrecken ein, klagt der Papst. Seine Bewunderer sprechen ihm messianische Schaffenskraft zu. Und es stimmt ja! Wer soll der Größte sein, wenn nicht Michelangelo?
Die Erschaffung Adams
Als Ebenbild Gottes zeigt Michelangelo den ersten Menschen in "Die Erschaffung Adams": Schön und stolz empfängt er das Leben aus der Fingerspitze des Herrn. Die Arbeit an dem Gewölbe ist dem Künstler indessen eine Qual: Der Pinsel tropfe ihm aufs Gesicht, schreibt er, ein Kropf sei ihm wegen der Mühsal gar gewachsen
© David Ebener / picture alliance

Es geht nicht. Er hat es geahnt, wollte es nur nicht zugeben. Jetzt, im Spätherbst 1508, steht er auf dem Gerüst in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan und muss mitansehen, wie die "Sintflut" von der Decke bricht.

30 eisig kalte Tage lang hat Michelangelo mit durchgebogenem Rücken an diesem ersten Fresko seines Weltenzyklus gearbeitet, den Kopf tief in den Nacken gelegt, den Pinsel hochgereckt, Gesicht und Bart von Farbklecksen bedeckt. Doch das Zinnoberrot und das Kupfergrün halten sich nicht auf dem Putz, sondern bilden Schimmel.

Erschienen in GEO Epoche Edition Nr. 17 (2018)

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