Der Altar der Superlative
Der Genter Altar in der Kirche St. Bavo ist das größte und berühmteste Kirchengemälde der Welt, geschaffen um 1432 von Jan van Eyck. Am 11. April 1934 entdeckt der Küster Einbruchsspuren und stellt fest, dass zwei der zwölf Tafeln verschwunden sind. Neunzehn Tage später erhält der Bischof von Gent einen Brief, in dem der Absender eine Million belgische Francs Lösegeld fordert. Nach zähen Verhandlungen taucht eine der Tafeln in einem Bahnhof in Brüssel auf, doch die zweite – von den "gerechten Richtern", unten links – bleibt verschwunden. Im November 1934 erleidet der Geschäftsmann Arsène Goedertier, einst selbst Küster, einen Herzinfarkt und legt ein Geständnis ab: Auf dem Sterbebett erzählt er seinem Anwalt, dass er in Besitz der fehlenden Tafel sei, sagt die Worte "in meinem Schreibtisch, Schlüssel, Schrank, Ordner der Krankenkasse" – und stirbt. Trotz jahrzehntelanger Suche und zahlreichen Spekulationen fehlt die Tafel bis heute. An ihrer Stelle ist eine Kopie zu sehen.
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