Kriegsängste Von Finnland bis Moldawien: Europas neuer Eiserner Vorhang

Noch verbindet eine Brücke die Stadt Narva in Estland mit dem gegenüberliegenden russischen Ufer, wo die Festung Iwangorod die Flussbiegung bewacht
Noch verbindet eine Brücke die Stadt Narva in Estland mit dem gegenüberliegenden russischen Ufer, wo die Festung Iwangorod die Flussbiegung bewacht
© Evgeny M. Makarov
Ein neuer Eiserner Vorhang teilt den Kontinent, wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Misstrauen, Wut und pure Angst herrschen auf beiden Seiten. Ein GEO-Team reiste entlang der neuen Demarkationslinie und traf in fünf Ländern auf Menschen, die nun im Angesicht einer russischen Bedrohung leben

An einem sonnigen Tag im finnischen Lahti steht Tuomo Pohjantuli, stämmig, militärischer Kurzhaarschnitt, in einem Tagungsraum und hält einen Tampon in die Höhe. 25 Menschen, aufgeklappte Hefte vor sich, schauen den 57-jährigen Ingenieur konzentriert an. Der doziert: "Mit diesem handelsüblichen Hygieneartikel und einem Feuerstarter entzündet ihr auch bei Unwetter ein Feuer."

Dank eines Magnesiumblocks seien Feuerstarter resistent gegen Nässe, die Baumwolle im Tampon entflamme leicht, erklärt Pohjantuli. Seine Schülerinnen und Schüler schreiben mit. Sie stehen mitten im Leben, haben Berufe und Kinder, aber in diesen Zeiten drücken in Finnland selbst erwachsene Menschen die Schulbank.


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