Psychologie des Bösen "Sympathie habe ich nie empfunden" – was ein Kriminologe aus Gesprächen mit Kriegsverbrechern lernte

Psychologie des Bösen: "Sympathie habe ich nie empfunden" – was ein Kriminologe aus Gesprächen mit Kriegsverbrechern lernte
© picture alliance / EPA | OLEG PETRASYUK
Der Kriminologe Damien Scalia hat Dutzende Kriegsverbrecher in ihren Gefängnissen besucht und versucht, sie zu verstehen. Man werde nicht als Mörder und Vergewaltiger geboren, sagt er. Vielmehr seien es die Umstände, die Menschen zu Monstern machen

GEOplus: Herr Scalia, für ihre Forschungsarbeiten haben Sie mit Dutzenden Kriegsverbrechern gesprochen. Wer waren diese Leute?

Damien Scalia: Das waren normale Soldaten, aber auch Befehlshaber und Generäle. Ich sprach mit 60 Männern aus Ruanda und dem ehemaligen Jugoslawien, die vor den jeweiligen Internationalen Strafgerichtshöfen wegen Genozids oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt waren – 51 wurden verurteilt, 9 freigesprochen. Außerdem traf ich rund 20 Männer, die von nationalen Gerichten wegen ähnlicher Verbrechen verurteilt wurden. 

Mit welchen Gefühlen saßen Sie diesen Männern gegenüber?


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