Hass und Nächstenliebe
Während des Aufstandes schützt die Polizei vor allem die überwiegend von Weißen bewohnten Stadtteile wie Beverly Hills. Weniger wohlhabende Gegenden der Metropole wie Koreatown sind der Gewalt der Aufständischen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Deshalb bewaffnen sich die Anwohnerinnen und Anwohner, sie schießen von den Dächern ihrer Läden auf Plündernden. Die koreanische Ladenbesitzerin (Foto) ist fassungslos, nachdem die Aufständischen, überwiegend Schwarze und Hispanics, ihr Geschäft geplündert und in Brand gesetzt haben. Ein Schwarzer tröstet sie. Die Frau ist damals eine von vielen, die wegen der Unruhen vor dem Ruin stehen. Die Protestierenden zerstören rund 2300 von Koreanern und Koreanerinnen geführte Läden. Schon vor den Ausschreitungen im April waren die Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen eskaliert: Zwei Wochen nach der brutalen Polizeigewalt gegen Rodney King hatte ein koreanischer Ladenbesitzer die schwarze Schülerin Latasha Harlins erschossen. Er glaubte, sie wolle einen Orangensaft stehlen.
© Steve Grayson / Getty Images