Sie könnten auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein: Alfred Herrhausen, Jahrgang 1930, der einflussreichste Manager der Bundesrepublik, Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Und Wolfgang Grams, 23 Jahre jünger, Wehrdienstverweigerer, erst Sympathisant, dann Mitglied der "Rote Armee Fraktion".
Doch Regisseur Andres Veiel zeigt in seinem preisgekrönten Doppelporträt die Parallelen im Leben dieser zwei Männer auf, die beide Idealisten waren, einer so kompromisslos wie der andere - die aber daraus entgegengesetzte Konsequenzen zogen. Während Grams als Kämpfer in den Untergrund ging, setzte sich Herrhausen für die Entschuldung der Dritten Welt ein. Beide vereinsamten, und beide erlitten einen gewaltsamen Tod: Herrhausens Limousine sprengte die RAF am 30. November 1989 in die Luft. Und Wolfgang Grams starb, als ihn Beamte 1993 auf dem Bahnhof Bad Kleinen festnehmen wollten, höchstwahrscheinlich durch Suizid. Ob sich ihre Lebenswege beim Attentat auf den Deutsche-Bank-Chef gekreuzt haben, gehört zu den großen Rätseln des deutschen Linksterrorismus: Wie viele Taten der dritten Generation der RAF ist der Mord bis heute nicht aufgeklärt, ist die "Black Box BRD" noch immer nicht vollständig ausgewertet. Ein Film über zwei Leben in der Bundesrepublik nach 1968.
Buch und Regie: Andres Veiel
Produzent: Thomas Kufus
Eine Produktion der Zero Film in Koproduktion mit dem Hessischen Rundfunk, dem Südwestrundfunk und Arte
Sprache: Deutsch, DVD-Typ: 9, Bildformat: 16 :9, Tonformat: Stereo, Ländercode: 2, Lauflänge: ca. 101 Minuten, Produktionsjahr: 2001
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