1. Deutschland ist ein "Jodmangelland".

Richtig ist, dass der Jodgehalt in deutschen Böden zu gering ist, um die Bevölkerung ausreichend mit lebenswichtigen Spurenelement zu versorgen. Ein Jodmangelland ist Deutschland dennoch nicht – zumindest nicht nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dafür hat der vermehrte Einsatz von jodiertem Speisesalz in der Lebensmittelherstellung gesorgt – und die Fütterung von Nutzieren mit jodiertem Futter. Optimal sei die Jodversorgung dennoch nicht. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.

2. Zu viel Jod in Nahrungsmitteln schädigt die Schilddrüse.

Das stimmt zwar, gesundheitliche Probleme – zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion durch eine längere Überdosis Jod – kommen allerdings in der Praxis nur selten vor. Mediziner können die Jodaufnahme gut an der Ausscheidung im Urin messen. Werte von mehr als 300 Mikrogramm können gesundheitsschädlich sein. Davon sind die Deutschen mit einem durchschnittlichen Wert von 100 Mikrogramm allerdings weit entfernt.

3. Wer Seefisch isst, nimmt genug Jod auf.

Das Fleisch von Fischen aus Nord- und Ostsee enthält zwar Jod. Aber der Gehalt reicht nicht, um einen Großteil unseres täglichen Bedarfs zu decken – im Schnitt sind es nur rund neun Prozent. Dagegen ist jodiertes Speisesalz mit fast 50 Prozent Beitrag – gefolgt von Milch und Milchprodukten – mit Abstand zur wichtigsten Jod-Quelle der Deutschen geworden.

4. Algen sind gute Jodlieferanten.

Richtig ist, dass manche Algenarten große Mengen Jod aus dem Seewasser speichern. Zum Beispiel die Braunalgen Arame, Kombu, Wakame und Hijiki. Das Problem: Sie enthalten so viel Jod – zwischen 5000 und 11000 Mikrogramm pro Gramm Trockengewicht –, dass die empfohlene Höchstmenge für die tägliche Aufnahme schnell überschritten ist. Die liegt bei 180 bis 200 Mikrogramm. Für die tägliche Extraportion Jod sind Algen also kaum geeignet.

5. Jod wird inzwischen sowieso überall zugesetzt.

Verbreitet ist der Irrglaube, dass Nahrungsmittel wie Fertiggerichte inzwischen standardmäßig mit Jodsalz gewürzt werden. Man müsse also gar nicht darauf achten, dass man ausreichend Jod zu sich nimmt. Stimmt nicht. Laut BfR liegt der Anteil der Gerichte, die industriell mit Jodsalz hergestellt werden, bei unter 30 Prozent.