Der Himmel über Westaustralien erinnerte an einen Science-Fiction-Film: Bis zum Horizont färbte er sich in einem dunklen Rot. Was auf den ersten Blick wie ein KI-generiertes Bild aussieht, ist in Wirklichkeit ein seltenes Wetterphänomen, das insbesondere in Australien auftritt. Kurz zuvor wütete der tropische Zyklon "Narelle" über Australien. Die Reibung der Landmassen bremste den Sturm stark ab, doch der Wind war dennoch stark genug, um riesige Mengen eisenhaltiger, trockener Erde aus dem Outback aufzuwirbeln und die Staubkörner in der Luft zu halten.
Physikalisches Phänomen wie auf dem Mars
Dieses Himmelsphänomen lässt sich durch die Physik der Lichtstreuung erklären. Normalerweise erscheint der Himmel durch Rayleigh-Streuung blau, da das Sonnenlicht auf die Moleküle aus Stickstoff und Sauerstoff in unserer Atmosphäre trifft. Diese Moleküle sind viel kleiner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Sie streuen effektivere, kürzere Wellenlängen in den Farben Blau und Violett, die unseren Himmel tagsüber blau erstrahlen lassen.
Werden jedoch durch einen Zyklon größere Partikel wie Staub und mineralische Aerosole aufgewirbelt, kommt es zur Mie-Streuung. Diese tritt auf, wenn die atmosphärischen Partikel eine ähnliche Größe wie die Wellenlänge des auftreffenden Lichts haben. Im Fall des blutroten Himmels über Australien enthält der Staub besonders viel Eisenoxid oder Hämatit, eine chemische Verbindung aus Eisen und Sauerstoff, die natürlich rotes Licht reflektiert. Die großen Teilchen wirken wie ein Filter, der kürzere blaue und grüne Wellenlängen blockiert, während längere rote Wellenlängen hindurchströmen können. Dies erzeugt einen lebhaften karminroten Effekt, der an die atmosphärischen Bedingungen auf dem Mars erinnert.
Zyklon "Narella" war ein seltenes meteorologisches Ereignis
"Narella" ist der dritte Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen, der an drei verschiedenen australischen Küstenlinien auf Land traf: von Queensland über das Northern Territory bis hin zur Küste Westaustraliens.
Vor dem Landfall am 27. März erreichte er als schwerer tropischer Wirbelsturm der Kategorie 3 bis 4 seinen Höhepunkt. Diese Klassifizierung wird verwendet, um Stürme mit sehr zerstörerischen Winden und erheblichem Risiko für Eigentum zu beschreiben. Der Sturm brachte Winde mit einer Geschwindigkeit von über 125 km/h und starke Regenfälle mit sich.
Staubsturm mit Umweltrisiko
Stürme, die große Mengen an Staubpartikeln transportieren, haben erhebliche ökologische und gesundheitliche Auswirkungen. Hohe Konzentrationen von Mineralstaub können die Luftqualität auf gefährliche Werte senken und die Sicht beim Transport beeinträchtigen.
Durch den Klimawandel wird erwartet, dass Zyklone verstärkt auftreten und das Innere der Kontinente austrocknet, wodurch solche apokalyptischen Staubereignisse häufiger werden könnten.