Raumfahrt Können Wüstenbakterien das All überleben – und uns zum Mars helfen?

Raumfahrt: Können Wüstenbakterien das All überleben – und uns zum Mars helfen?
Bild: NASA
Was geschieht, wenn Organismen, die auf der Erde lebensfeindlichen Bedingungen standhalten, monatelang dem Weltraum ausgesetzt werden? Ein Forschungsteam geht dieser Frage nach

Leben kann überraschend resilient sein. In den höchsten Gebirgen, den kältesten Breitengraden, aber auch in den trockensten und heißesten Regionen unserer Erde schaffen es Mikroorganismen, allen Widerständen zu trotzen.

Doch nirgendwo sind die Umstände extremer als im Weltall. Forschende der Universität von Santiago de Chile haben deshalb eine bisher einzigartige Mission gestartet. Ihr Ziel: Sie wollen untersuchen, wie sich widerstandsfähige Mikroorganismen unter sauerstofffreien Bedingungen, Schwerelosigkeit, hoher Strahlung und extremen Temperaturen verhalten. 

Die Proben stammen aus der Antarktis sowie aus chilenischen Extremregionen wie der Atacama-Wüste im Norden des Landes. Jeweils drei sogenannte "extremophile" Bakterien und Archaeen werden im nächsten Schritt in die Erdumlaufbahn gebracht, wo sie außerhalb der ISS sechs bis acht Monate lang Temperaturen zwischen minus 45 und 60 Grad Celsius ausgesetzt sein werden.

Dr. Jenny Blamey, Biochemikerin und Leiterin der Mission, sieht darin ein großes Potenzial für die Raumfahrt. Angesichts der Pläne, Menschen ins All, zum Mond und gar zum Mars zu schicken, könnten die Forschungsergebnisse möglicherweise dabei helfen, "verschiedene Produkte oder Materialien zu erzeugen, die bei der Durchführung dieser Missionen genutzt werden könnten."