Da waren etliche, die haben mir nicht mehr viel Zeit gegeben: der Arzt, der die Diagnose stellte. Freundinnen, denen ich davon erzählte. Alle dachten, ich hätte vielleicht noch zwei, drei Monate. Ich hatte ja selbst keine große Hoffnung mehr. Ich erinnere mich noch genau, wie ich am Silvesterabend 2023 im Krankenhaus lag: über mir die funkensprühenden Raketen, in meinem Bauch das Tumorkonfetti. Den nächsten Jahreswechsel, ich war mir sicher, würde ich nicht mehr erleben. Eierstockkrebs. Der Darm war auch schon befallen.
Ich bin kurz darauf in Essen operiert worden, ein stundenlanger, erfolgreicher Eingriff. Aber das Danach summiert sich zu einer schlimmen Erfahrung auf. Ich wurde von hochspezialisierten und bestimmt auch hochqualifizierten Menschen behandelt und betreut. Bloß ihr Fokus war ganz eng, auf diesen oder jenen Tumor gerichtet, nicht auf mich als Kranke, als ganzer Mensch. Ich bekam komplizierte Chemotherapien. Wenn ich anmerkte: Lassen Sie die Medikamente doch bitte langsamer durchlaufen, das funktioniert so bei mir nicht, wurde ich nicht ernstgenommen. Lieber blieb man beim angelernten Schema F.