Radom Raisting, Bayern

1963 wurde die erste Satelliten-Bodenstation der deutschen Bundespost in Raisting am Ammersee gebaut. Besucher erkennen die weiße Radarkuppel der Erdfunkstation bereits von Weitem, wie sie mit einem Durchmesser von fast 50 Metern vor einem beeindruckenden Alpenpanorama thront. Im Inneren der Traglufthalle findet sich eine rund 25 Meter große Parabolantenne, die durch die Kuppel vor Witterungseinflüssen geschützt wird. Noch heute gilt sie als technischer Meilenstein in der Geschichte des Satellitenfunks.

Förderturm der Zeche Zollverein Essen

Sie gilt als der schönste Industriekomplex im Ruhrpott: Der Zeche Zollverein in Essen wurde aufgrund seiner beeindruckenden Bergwerkarchitektur bereits 2001 als Weltkulturerbe gewürdigt. Zu Betriebszeiten war der Industriebau eine der modernsten Steinkohlezechen des Landes und kennzeichnete die beispiellose Entwicklung der Schwerindustrie in Europa. Die symmetrisch konstruierte Zentralschachtanlage und das bekannte Fördergerüst locken jährlich über eine Million Gäste nach Essen. Darüber hinaus werden seit 2017 Teile des Zeche Zollvereins als Campus der Essener Folkwang-Universität der Künste genutzt. Rund 500 Studierende der Fächer Fotografie, Industrial Design und Kunst- und Designwissenschaft werden hier von rund 70 Lehrenden unterrichtet.

Elbinsel Kaltehofe, Entenwerder, Hamburg

Vor über 100 Jahren versorgte die alte Sandfilteranlage auf der Elbinsel Kaltehofe die Stadt mit sauberem Trinkwasser. Heute dient die grüne Insel als Erholungsort. Ein Café bietet selbstgemachten Kuchen und leckere Kaffeevariationen, das Museum für Wasserkunst erzählt die Geschichte des Wasserwerks. Wer etwas mehr über die Tier- und Pflanzenwelt der Elbinsel erfahren möchte, folgt dem Naturerlebnispfad. Die Insel ist am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen und gehört zu unseren fünf Geheimtipps für Hamburg.

Gasometer Berlin-Schöneberg

Vor über einem Jahrhundert wurde der gigantische Gasbehälter vom Berliner Architekt Alfred Messel entworfen. 1913 ging der Gasometer in Betrieb und wurde schließlich Mitte der Sechziger Jahre stillgelegt. Seit 1994 steht der Niedrigdruck-Gasbehälter auf dem EUREF-Campus unter Denkmalschutz und ist noch heute das Wahrzeichen Berlin-Schönebergs. Abenteuerlustige können das 78 Meter hohe Industriedenkmal auf einer geführten Tour erklimmen und eine atemraubende Aussicht auf Berlin genießen. Aber Achtung: Der Aufstieg verlangt mit 456 Stufen eine gute Kondition und Schwindelfreiheit.

Innenhafen, Duisburg

Mit einer Größe von 89 Hektar war der Duisburger Innenhafen fast ein Jahrhundert lang zentraler Dreh- und Angelpunkt der Stadt. Nachdem der Ankerplatz in den Sechziger Jahren zunehmend an Bedeutung verlor, lag das Hafenareal mehrere Jahrzehnte brach. Erst mit der Bauausstellung „IBA Emscher Park“ kam es zu einer grundlegenden Strukturveränderung. Die verwaisten Speicheranlagen wurden mit einer Vielzahl von Restaurants und Museen besetzt, alte Lagerhäuser wichen modernen Bürogebäuden und Wohnhäusern. Erschaffen wurde ein beliebtes Szeneviertel für Bewohner und Besucher der Ruhrpott-Stadt.

Der Duisburger Innenhafen ist nicht das einzige bemerkenswerte Industriedenkmal der Stadt. Was den Landschaftspark Duisburg Nord zu einem Geheimtipp in Nordrhein-Westfalen macht, erfahren Sie hier.

Leuchtturm Roter Sand

Einsam auf hoher See: Der Leuchtturm Roter Sand wurde als erstes Seezeichen mitten ins Meer gebaut. Im 19. Jahrhundert stellte diese Baukonstruktion eine außerordentliche technische Herausforderung dar. Und sie hält: Seit 125 Jahren trotzt der Stahlturm den Gezeiten der Nordsee. Mit dem Bau des benachbarten Leuchtturms „Alte Weser“ wurde die Arbeit des 52 Meter hohen Stahlturms 1964 eingestellt. Er dient fortan Besichtigungs- und Übernachtungszwecken. Die Offshore-Lage macht das Bauwerk schwer erreichbar: Tagesfahrten zum Leuchtturm sind nur in den Monaten Juni bis August und bei einer Wellenhöhe von maximal einem Meter möglich.

Schiffshebewerk Henrichenburg, Waltrop

Ein gigantischer Aufzug für Schiffe: Erbaut wurde das Schiffshebewerk Henrichenburg im Jahr 1899. Mehr als 70 Jahre lang hob er Binnenschiffe bis zu 14 Meter aus dem Dortmund-Ems-Kanal. Obwohl das Industriedenkmal nicht mehr funktionsfähig ist, können Besucher die einzigartige Technik anhand von Modellbauten nachempfinden oder aber die beiden Oberhaupttürme erklimmen und eine fantastische Aussicht auf die Kanallandschaft bei Waltrop genießen.

Völklinger Hütte, Saarland

Die Völklinger Hütte im Saarland ist weltweit das einzige Eisenwerk, welches aus der Blütezeit der Industrialisierung noch vollständig erhalten ist – eine Besonderheit, die ihr 1994 den Welterbestatus einbrachte. Der Industriekomplex wurde bereits 1873 eingeweiht und beendete seinen Betrieb erst über ein Jahrhundert später. Mittlerweile ist das Industrieareal ein kultureller Hotspot für hochkarätige Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen. Dabei wird die geschichtlichen Relevanz nicht vernachlässigt: Besucher können die historische Entwicklung des Eisenwerks anhand eines 7000 Meter langen Rundwegs nachempfinden, dabei ehemalige Rohstofflager durchqueren und beeindruckende Hochöfen begutachten.

Walchenseekraftwerk, Bayern

Genau 100 Jahre ist es her, dass die Bauarbeiten am Walchenseekraftwerk in der Nähe der Kesselbachfälle in Bayern begannen. Um eine Verbindung zwischen den natürlichen Gewässern des Walchensees und Kochelsees zu schaffen, mussten Arbeiter über mehrere Jahre hinweg sechs Rohrverbindungen entlang eines 200 Meter hohen Bergs verlegen. Die bedenklichen Arbeitsbedingungen lösten viele Widerstände aus und kosteten 17 Menschen das Leben. Ein Jahrhundert später zählt das Walchenseekraftwerk immer noch zu den größten Hochdruck-Speicher-Kraftwerken in Deutschland und produziert etwa 300 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Energie.

Landskron-Brauerei in Görlitz

Seit 1869 braut die denkmalgeschützte Landskronbrauerei am Neißeufer in Görlitz feinstes Bier – nach streng traditionellen handwerklichen Verfahren, versteht sich. Bierliebhaber werden bei regelmäßigen Besichtigungen durch die Brauerei geführt, hinab in die zwölf Meter tiefen Gewölbekeller. Dort dürfen sie unterschiedliche Biersorten kosten. Gleichzeitig wird das Brauereigelände das ganze Jahr über zum Veranstaltungsort für Musiker und Künstler aus der Region.

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