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Konsum Umweltfreundlich Online-Shoppen: Verbraucherschützer geben wichtige Tipps

Online-Bestellungen können hohe Emissionen verursachen – etwa, wenn die Lieferung beim ersten Versuch nicht zugestellt werden kann
Online-Bestellungen können hohe Emissionen verursachen – etwa, wenn die Lieferung beim ersten Versuch nicht zugestellt werden kann
© zakalinka/Adobe Stock
Ob der Online-Handel in puncto Umwelt und Klima besser oder schlechter abschneidet als das Einkaufen im Geschäft, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie Sie die ökologischen Auswirkungen möglichst gering halten

Ein Klick – und das neue Paar Sportschuhe, die LED-Lichterkette, der aktuelle Bestseller ist unterwegs. Der Handel im Internet ist meist schnell und bequem. Und darum für viele aus dem täglichen Leben gar nicht mehr wegzudenken. Doch ist das Online-Shopping auch nachhaltig? Die Frage wurde seit den Anfängen des Internethandels immer wieder gestellt – und nie klar beantwortet. Denn bei jedem Einkauf spielen viele Faktoren eine Rolle, die Einfluss auf den konkreten Energie- und Ressourcenverbrauch haben.

Etwa, wenn der Paketbote beim Besteller vergeblich klingelt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist das bei rund einem Viertel der Sendungen der Fall. Gibt es mehrere Zustellversuche, oder holt der Besteller das Paket mit dem eigenen Auto ab, macht das einen möglichen Umwelt-Vorteil gegenüber dem Einkaufen im Geschäft um die Ecke zunichte.

Auch Retouren können die Umwelt- und Klimabilanz von Online-Bestellungen gewaltig verhageln: Bei Bekleidung etwa geht mindestens jedes zweite Paket zurück. Das sind Tag für Tag rund 800.000 Pakete – oder rund 400 Tonnen CO2. Besonders ärgerlich: Retouren, die aus Kostengründen einfach vernichtet werden. Diese sinnlose Ressourcenverschwendung sollte im Jahr 2020 mit einem Gesetz gestoppt werden. Doch auch wenn dazu keine offiziellen Zahlen vorliegen: Recherchen zeigen, dass die Vernichtung von Neuware für den Versandhandel immer noch lukrativer ist als das Weiterverkaufen oder -verschenken für einen guten Zweck.

Bis zu 240 Prozent mehr Emissionen im Online-Handel

Wegen der vielen Variablen ist das Bild bei den Klimaauswirkungen des Onlinehandels uneinheitlich: Studien kommen – je nach dem konkreten Szenario – zu einer Einsparung von einem Drittel gegenüber dem stationären Handel, bis hin zu 240 Prozent höheren Emissionen.

Die gute Nachricht: Jeder kann durch sein Verhalten dazu beitragen, dass der Online-Kauf nicht zum Umwelt-Debakel gerät. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat die wichtigsten Tipps dafür zusammengestellt:

  1. Kaufen Sie nur Dinge ein, die es nicht auch beim Händler um die Ecke gibt.
  2. Planen Sie Ihren Einkauf und bestellen Sie nach Möglichkeit mehrere Dinge zusammen. Das senkt die Emissionen und die Verpackungsmenge, die auf die Einzelteile entfallen.
  3. Planen Sie die Bestellung so, dass das Paket beim ersten Anlauf zugestellt werden kann.
  4. Bestellungen innerhalb besonders kurzer Fristen ("Express" oder "Prime") sind wegen des höheren Logistikaufwands auch CO2-Intensiver. Verzichten Sie nach Möglichkeit darauf.
  5. Den Händler vor Ort können Sie auch unterstützen, indem Sie online bei ihm shoppen.
  6. Bei Rücksendungen verwenden Sie die Originalverpackung des Händlers.
  7. Informieren Sie sich über die Öko- und Sozialstandard des Onlinehändlers und fragen Sie nach. "Vermeiden Sie Einkäufe bei Anbietern, die ökologisch bedenklich versenden oder Sozialstandards drücken", rät die Verbraucherzentrale Bundesverband.

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