Zum 100. Geburtstag Mythos Marilyn Monroe: Zehn Fakten, die überraschen

Marilyn strahlt in grünem Kleid - Kopf in die Hände gestützt
Die US-Schauspielerin Marilyn Monroe gilt als meistfotografierte Persönlichkeit der 1950er-Jahre. Vor der Kamera inszenierte sie sich oft als verführerisch
©  Baron/Hulton Archive / Getty Images
Norma Jeane, besser bekannt als Marilyn Monroe, war mehr als nur das Klischee der "dummen Blondine". Zehn überraschende Fakten über das Leben der Leinwandlegende

Vor 100 Jahren, am 1. Juni 1926, erblickte Norma Jeane in einem Krankenhaus in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien das Licht der Welt. Später wurde dieses Mädchen als Marilyn Monroe in Hollywood zum Star. 

Sie verkörperte wie keine andere das Klischee des "dummen Blondchens". 1953 feierte sie ihren Durchbruch im Film "Niagara" mit der Verkörperung der Rose Loomis, einer attraktiven jungen Frau, die ihren Ehemann umbringen lassen will und dafür auch ihre erotischen Reize einsetzt. Darauf folgten die Erfolgsfilme "Wie angelt man sich einen Millionär?" (1953), "Das verflixte 7. Jahr" (1955) oder "Der Prinz und die Tänzerin" (1957), die ihre Rolle als komödiantische Schönheit festigten und sie zur wohl populärsten Schauspielerin der frühen 1950er-Jahre machten. In "Blondinen bevorzugt" (1953) zeigte sie mit einer berühmt gewordenen Darbietung von "Diamonds are a Girl's Best Friend" auch ihr Gesangstalent. 

Naiv, blond und verführerisch – für diese Attribute ist Marilyn Monroe bis heute bekannt. Die wenigsten wissen vermutlich, dass die Schauspielerin der Rolle, die sie auf der großen Leinwand spielte, privat kaum entsprach. Hinter Marilyn Monroe steckte noch sehr viel mehr: 

Sie trug viele Namen 

In ihrer Geburtsurkunde wurde 1926 als erster Vorname Norma, als zweiter Jeane eingetragen, ihr Rufname "Norma" war eine Hommage an die US-amerikanische Stummfilmschauspielerin Norma Talmadge. Unter dem Nachnamen steht auf dem Dokument Mortenson. Das war der Name jenes Mannes, mit dem ihre Mutter Gladys 1926 verheiratet war – Martin Edward Mortensen, wobei auf ihrer Geburtsurkunde in der letzten Silbe das e versehentlich als o gedruckt wurde. Getauft wurde das Mädchen dann jedoch auf den Namen Norma Jeane Baker, den Nachnamen des ersten Ehemannes ihrer Mutter. In ihrer Zeit als Model verwendete sie oft das Pseudonym Jean Norman. Als sie 1946 bei dem US-Filmstudio 20th Century-Fox ihren ersten Vertrag unterschrieb, suchte man einen klangvollen Künstlernamen. Ein Studiomanager schlug "Marilyn" vor, weil die junge Frau ihn an die Schauspielerin Marilyn Miller erinnerte. Bewusst entschied sich die damals 20-Jährige für Monroe, denn dies war der Mädchenname ihrer Mutter Gladys. 1956 ließ Norma Jeane ihren bürgerlichen Namen offiziell in Marilyn Monroe ändern.

Marilyn Monroe als 3 jährige mit ihrer Mutter am Strand
Norma Jeane mit ihrer Mutter Gladys am Strand von Los Angeles. Sie hatte in ihrer Kindheit und Jugend nur wenig Kontakt zu ihrer Mutter, die wegen psychischer Krankheiten in Kliniken untergebracht war
©  Silver Screen Collection/Hulton Archive / Getty Images

Sie fand im Kino das Zuhause, das sie nie hatte 

Schon kurz nach ihrer Geburt kam Norma Jeane in eine Pflegefamilie. Erst als sie sieben Jahre alt war, nahm Mutter Gladys das Mädchen für einige Zeit wieder zu sich. Doch dann wurde diese wegen eines Nervenzusammenbruchs in eine Klinik eingewiesen. Infolgedessen kam Norma Jeane bei verschiedenen Pflegefamilien und Verwandten unter und lebte zeitweise sogar im Waisenhaus. Biografien berichten in dieser Zeit von gewalttätigen, sexuellen Übergriffen ihrer Pflegeeltern. "Einige meiner Pflegefamilien schickten mich ins Kino, um mich aus dem Haus zu bekommen, und dort saß ich dann den ganzen Tag und bis tief in die Nacht hinein", erinnerte sie sich später im Interview mit dem "Life"-Magazin. "Ganz vorne, dort mit der riesigen Leinwand, ein kleines Kind ganz allein, und ich liebte es. Ich liebte alles, was sich dort oben bewegte, und ich verpasste nichts von dem, was passierte." Im Kino fand sie ein Zuhause.

Sie behauptete, Clarke Gable sei ihr Vater 

Wer ihr leiblicher Vater war, war lange Zeit ein Rätsel. Als junges Mädchen erzählte Norma Jeane, es handele sich um den US-Schauspieler Clarke Gable. Doch das war eine Wunschvorstellung der jungen Kinogängerin. Als Erwachsene spielte sie dann an der Seite von Clark Gable in dem Film "Misfits – Nicht gesellschaftsfähig" (1961). 

Vor wenigen Jahren bestätigte eine DNA-Analyse, dass Charles Stanley Gifford ihr leiblicher Vater war. Er arbeitete in den 1920er-Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter Gladys in einem Filmlabor in Los Angeles.

Marilyn Monroe lächelt 1946 in die Kamera - ihre Haare sind brünett
1946 beginnt Norma Jeane, die später als Marilyn Monroe bekannt wird, als Model zu arbeiten. Auf diesem frühen Bild ihrer Karriere hat sie noch braune Locken, wenig später färbt sie sich die Haare platinblond
© Richard C. Miller / Donaldson Collection / Getty Images

Sie wurde in einer Rüstungsfabrik entdeckt

1944 arbeitete die 18-jährige Norma Jeane in einer Fabrik in Los Angeles, die Flugzeugteile für die US-Luftwaffe herstellte. Eines Tages besuchte ein US-Militärfotograf das Werk, um Bilder von Arbeiterinnen zu machen. Die Fotos sollten die Moral der US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg stärken. Er fotografierte auch Norma Jeane bei der Arbeit an einem Propeller. Keines dieser Bilder wurde damals veröffentlicht. Nur ein Gruppenbild, das Norma Jeane im Hintergrund mit anderen Frauen an einer Werkbank zeigt, druckte ein Magazin des US-Militärs. Norma Jeane kündigte nach dem Besuch des Fotografen ihre Anstellung in der Rüstungsfabrik und begann als Fotomodell zu arbeiten.

Sie war nicht naturblond

1945 unterzeichnete Norma Jeane einen Vertrag bei einer Modelagentur. Damals änderte sie ihr Äußeres: Sie glättete ihre Locken und färbte sich die Haare platinblond. Ihr Vorbild war die Hollywood-Schauspielerin Jean Harlow, seit den 1930er-Jahren der Prototyp einer blonden Schönheit auf der Leinwand.

Sie überwand das Stottern mit ihrer Schauspielstimme 

Seit ihrer Kindheit stotterte Norma Jeane. In ihrer Schulzeit hatte sie zeitweise große Probleme, flüssig vor der Klasse zu sprechen. Zu Beginn ihrer Schauspielkarriere nahm sie Stunden bei einem Sprachtherapeuten, trainierte Atemtechniken und Rhythmusübungen und entwickelte schließlich jene kehlig-hauchige Sprechstimme, für die sie berühmt wurde.

Marilyn Monroe liest konzentriert in einem Buch im Sessel sitzend im Jahr 1955
Die Schauspielerin liest 1955 in ihrem Zimmer in einem New Yorker Hotel ein Buch
© Ed Feingersh / Michael Ochs Archives / Getty Images

Sie war eine Leseratte 

1951 belegte die aufstrebende Schauspielerin Kurse in Literatur an der University of California in Los Angeles. Ihre Leidenschaft fürs Lesen war groß. Als Schauspielerin war sie häufig unterwegs war und hatte am Set fast immer ein Buch dabei. Vorrangig las sie Klassiker wie Dostojewski, James Joyce, Walt Whitman, Tolstoi oder Ernest Hemingway. Auf Partys soll sie auch schon mal Gedichte von Marcel Proust oder Sylvia Plath vorgetragen haben. Ihre Privatbibliothek umfasste mehr als 400 Bücher. Ihre Sammlung von Büchern, in denen sie auch schon einmal Notizen hinterließ, wurde 1999 von dem Auktionshaus Christie's versteigert.

Sie gewann nie einen Oscar

Marilyn Monroe gewann zu ihren Lebzeiten einige Filmpreise, unter anderem erhielt sie 1960 für ihre Darbietung in "Manche mögen's heiß" als beste Hauptdarstellerin einen Golden Globe. Eine Academy-Award-Auszeichnung blieb jedoch aus, Monroe war nicht einmal für einen Oscar nominiert. Bei der Verleihung 1951 überreichte die Jungschauspielerin die Trophäe an den Gewinner in der Kategorie Ton, dies soll der erste und einzige Auftritt von Marilyn Monroe bei einer Oscar-Verleihung gewesen sein. Ursprünglich sollte Monroe die Figur der Holly Golightly in "Frühstück bei Tiffany'" (1962) spielen, doch die Rolle ging an die Kollegin Audrey Hepburn, die für ihre Darbietung im selben Jahr Oscar-nominiert wurde.

Sie konvertierte für ihren dritten Ehemann zum Judentum

Marilyn Monroe war dreimal verheiratet. Mit 16 Jahren ehelichte sie 1942 den fünf Jahre älteren James Dougherty, ein Arrangement ihrer Pflegeeltern. Kurz nachdem Dougherty von seinem Dienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt war, ließ sich die junge Frau scheiden. Von Januar bis Oktober 1954 war sie mit dem US-Baseball-Spieler Joe DiMaggio verheiratet. Keine zwei Jahre nach der zweiten Scheidung nahm sie einen Antrag des US-Dramatikers Arthur Miller an. Die Protestantin konvertierte zum Judentum. Auch nach der Scheidung 1961 soll Monroe sich als Jüdin identifiziert haben.

Marilyn Monroe im pool während der Dreharbeiten zu ihrem letzten Film, der nicht vollendet werden konnte
Während der Dreharbeiten für ihren letzten Film "Something's got to give" 1962 sollte Monroe eine Szene im Pool drehen. Erst trug sie einen Badeanzug, doch dann entschied sich Monroe, nackt in das Becken zu springen. Es ist einer der wenigen überlieferten Momente des unvollendeten Films 
© Bettmann Archive / Getty Images

Ihr Tod bleibt ein Mysterium 

1962 begann Marilyn Monroe mit den Dreharbeiten zur Komödie "Something's got to give". Nachdem sie regelmäßig am Set gefehlt hatte, wurde sie im Juni von der Produktionsfirma entlassen. Nach mehreren Monaten, in denen sie zurückgezogen in ihrem Haus gelebt hatte, wurde sie am 5. August 1962 im Alter von nur 36 Jahren tot in ihrem Haus in Los Angeles aufgefunden. Ein Gerichtsmediziner stufte ihren Tod als "wahrscheinlichen Selbstmord" ein, den er mit einer Überdosis Schlaftabletten erklärte. Monroes letzter Film blieb unvollendet. 

Marilyn Monroe drehte zu Lebzeiten mehr als 20 Filme innerhalb von rund 15 Jahren. Fast alle waren Erfolge, sie spielten mehrere Hundert Millionen Dollar ein. Das Image als dumme und verführerische Blondine haftet ihr bis heute an.