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Astro-Highlights im Mai Der "Super-Blumen-Blutmond" bietet Ende des Monats einen wundervollen Anblick

Vollmond und Elbphilharmonie
Vollmond und Elbphilharmonie
© Wolfgang Köhler
In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg erklärt uns Prof. Thomas W. Kraupe, Astrophysiker und Direktor des Sternentheaters, regelmäßig die astronomischen Highlights des Monats. Im Mai geht es dabei noch einmal um einen "Super-Vollmond" – außerdem um Blumen und eine blutrote Mondfinsternis.  

Der Mond erreicht im Mai seine Vollmondstellung nur neun Stunden, nachdem er der Erde am nächsten war. Damit erleben wir am 26. Mai den größten Vollmond des Jahres – einen sogenannten "Supermond". Er erscheint uns rund sieben Prozent größer und rund 14 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond. Auch die Vollmonde im April und Juni fanden und finden in Erdnähe statt – allerdings ein wenig weiter entfernt als der im Mai.

Der Unterschied zum April beträgt jedoch weniger als 200 Kilometer. Dem Wonnemonat hat unser Vollmond übrigens auch die Bezeichnung "Blumenmond" zu verdanken. Unseren Himmel ziert also ein "Super-Blumenmond". 

Thomas Kraupe
Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht.
© Wolfgang Köhler

Doch damit nicht genug: Für viele Menschen wird dieser "Supermond" sicherlich das Himmelshighlight des Jahres. Denn gleichzeitig kommt es zu einer totalen Mondfinsternis, so dass im amerikanischen Sprachraum auch von einem "Superflower-Bloodmoon" ("Super-Blumen-Blutmond") gesprochen wird. Schließlich ziert bei einem solchen Naturspektakel ein blutroter Vollmond das Firmament. Leider entzieht sich dieses "kosmische Schauspiel" uns Europäern, denn bei uns geht der Mond bereits wenige Stunden vor Vollmond unter. Freuen können sich die Menschen rund um den Pazifik – in Nord- und Südamerika, in Australasien und in Ostasien. 

Blutrot im Schatten der Erde 

Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn sich unser Planet zwischen Sonne und Mond schiebt. Unser Trabant befindet sich dann im Schatten der Erde. Je nachdem, wie stark der Mond verdeckt wird, handelt es sich um eine totale oder eine partielle Mondfinsternis. Dabei gelangt langwelliges rotes Licht durch die Erdatmosphäre zum Mond, während der blaue Anteil des Lichts gebrochen und gestreut wurde. Der Mond erstrahlt blutrot. 

Während dieses Himmelsereignis in der Regel mehrere Stunden andauert, ist die totale Verfinsterung des diesjährigen "Blumenmondes" nur für etwa 14 Minuten zu sehen. Denn er durchquert den Kernschatten der Erde nicht zentral, sondern nahe des nördlichen Randes. Es kann also nur eingeschränkt von einem echten "Blutmond" gesprochen werden, da der weniger verdunkelte nördliche Teil des Mondes im Vergleich zur blutroten südlichen Mondhälfte eher in einem helleren Orange erstrahlt. Doch auch so bietet der "Super-Blumen-Vollmond" allen Menschen rund um den Pazifik ein spektakuläres Farbenspiel. Er steht wunderschön im Sternbild Skorpion und sogar die umgebene Milchstraße zeigt sich trotz Vollmond für wenige Minuten.

Leider ist dieses Schauspiel längst vorbei, wenn der Mond am Abend des 26. Mai nach Sonnenuntergang auch bei uns wieder am Firmament steht. Aber auch der helle "Super-Blumenmond" bietet uns einen wunderbaren Anblick. Denn durch seine niedrige Stellung erscheint er uns noch größer als sonst, da unser Auge ihn mit Objekten am Horizont vergleichen kann. 


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