VG-Wort Pixel

Mittelalter Keine großen Schlachtrösser: Ritterliche Pferde waren so klein wie Ponys

Illustration einer mittelalterlichen Kriegsszene
Ein Forschungsteam der Universität Exeter untersuchte Pferdeknochen aus den Jahren 300 bis 1650
© tansy - Adobe Stock
In Filmen sind Schlachtrösser meist große, prächtige Tiere. Die Realität sah wohl anders aus, zumindest in England. So manches der Pferde wäre heute wohl beim Ponyreiten im Einsatz

Kleiner als ihr Ruf: Mittelalterliche Schlachtrösser sind einer Studie zufolge keinesfalls beeindruckend, sondern nur so groß wie heutige Ponys gewesen. Demnach hätten die Pferde früher häufig ein Stockmaß von weniger als 14,2 Handbreit gehabt, das entspricht gut 1,44 Metern.

Das ergab eine Untersuchung von Pferdeknochen aus den Jahren 300 bis 1650, die an 171 unterschiedlichen Stätten in England gefunden wurden, wie die britische Universität Exeter mitteilte.

Mittelalterliche Schlachtrösser sind einer Studie zufolge nur so groß wie heutige Ponys gewesen. Pferde hätten häufig ein Stockmaß von weniger als 14,2 Handbreit gehabt
Mittelalterliche Schlachtrösser sind einer Studie zufolge nur so groß wie heutige Ponys gewesen. Pferde hätten häufig ein Stockmaß von weniger als 14,2 Handbreit gehabt
© University Of Exeter/PA Media/dpa

In Filmen würden die Schlachtrösser hingegen als riesige Tiere mit 17 bis 18 Handbreit Größe dargestellt. "Die Beweise deuten jedoch darauf hin, dass Pferde mit 16 und selbst 15 Handbreit tatsächlich sehr selten waren", hieß es in der Mitteilung. Pferde mit dieser Höhe wären von Menschen im Mittelalter als sehr groß angesehen worden.

"Hochmittelalterliche Destrier mögen für die damalige Zeit relativ groß gewesen sein, waren aber eindeutig immer noch viel kleiner, als wir heute für gleichwertige Funktionen erwarten würden", sagte Alan Outram von der Uni Exeter. Destrier waren spezielle Schlachtrösser. Offenbar habe die Zucht früher mehr Wert auf das Temperament und körperliche Eigenschaften gelegt als auf die Größe, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift "International Journal of Osteoarcheology" veröffentlicht wurde.

dpa

Mehr zum Thema