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Gesundheit Wie sich Wassermangel auf den Körper auswirkt

Frau Trink Wasser
Viele Menschen trinken zu wenig, das hat starke Auswirkungen auf den Körper
© aew6566/Adobe Stock
Unser Körper braucht ausreichend Flüssigkeit, um richtig funktionieren zu können. Wir erklären, was genau in unserem Organismus passiert, wenn es ihm an Wasser fehlt. Und welche Folgen Wassermangel langfristig auf die Gesundheit haben kann

Wasser ist für den menschlichen Körper essenziell. Ohne Wasser können wir nicht lange überleben. Unser Organismus besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser. Bei Säuglingen sind es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sogar 70 Prozent. Aber: Viele Menschen trinken zu wenig.

Eine Studie sammelte von fast 600 gesunden Erwachsenen aus Deutschland, Griechenland und Spanien sieben Tage lang Urinproben und untersuchte sie auf Menge und Zusammensetzung. Das Ergebnis: Knapp jeder zehnte Deutsche ist an vier oder mehr Tagen die Woche dehydriert, rund jeder Dritte ist gelegentlich dehydriert. Doch was passiert, wenn wir nicht genug trinken, mit unserem Körper? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Funktionen übernimmt Wasser im Körper?

  • Wasser ist Bestandteil aller Zellen und Körperflüssigkeiten.
  • Es sorgt als Transport- und Lösungsmittel dafür, dass Nährstoffe im Körper verteilt und verarbeitet werden können.
  • Es ist bei vielen biochemischen Prozessen ein wichtiger Reaktionspartner.
  • Es ist zur Quellung des Speisebreis im Darm nötigt, schreibt die DGE.
  • Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC hilft Wasser unserem Körper dabei, unsere Gelenke zu schmieren und zu dämpfen.
  • Es schützt empfindliches Gewebe und das Rückenmark.
  • Es sorgt dafür, dass Abfallstoffe und Gifte über den Urin, den Stuhl oder das Schwitzen ausgeschieden werden.
  • Außerdem hilft Wasser unserem Körper dabei, eine normale Körpertemperatur zu halten, zum Beispiel schützt das Schwitzen vor einer Überhitzung.

Was passiert, wenn der Körper nicht genug Flüssigkeit aufnimmt?

Wird zu wenig Flüssigkeit aufgenommen, spricht man von einer Dehydration. Der Körper trocknet also aus, ihm steht zu wenig Wasser zur Verfügung. In der Medizin werden drei Formen unterschieden: die hypertone, die hypotone und die isotone Dehydration. Das Unterscheidungsmerkmal: Das Mengenverhältnis zwischen Natrium und Wasser im Körper.  

Ein Mangel an Flüssigkeit kann durch eine zu geringe Trinkmenge oder durch Infektionen wie zum Beispiel eine Magen-Darm-Grippe entstehen. Wie gut der Körper mit Flüssigkeit versorgt ist, lässt sich leicht an der Farbe des Urins erkennen: ein helles Gelb bedeutet eine gute Versorgung mit Wasser hin. Wird der Urin sehr dunkel und verfärbt er sich in ein dunkles Gelb, ist der Körper ausgetrocknet.

Weil Wasser dem Körper bei vielen Funktionen hilft, hat ein Flüssigkeitsmangel extreme Folgen für die Gesundheit. "Bei einem Flüssigkeitsmangel wird dem Blut und dem Gewebe zunehmend Wasser entzogen und das Blut 'dickt ein'", schreibt die DGE. Der Körper haushaltet mit dem Wasser, was ihm noch zur Verfügung steht.

Die Folge: Die Nieren spülen weniger Flüssigkeit aus und Giftstoffe bleiben im Körper zurück, Nährstoffe können schlecht transportiert werden. Der Körper schaltet vom normalen Zustand in den Notfallmodus. Trinkt man einmal etwas zu wenig, kann dies schnell wieder ausgeglichen werden. Doch muss der Körper ständig auf den Notfallmodus umschalten, leidet er langfristig darunter.

Welche Folgen hat es für den Körper, wenn man langfristig zu wenig trinkt?

Eine Untersuchung der Humbold-Universität, des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Charité Berlin deutet darauf hin, dass Dehydration im Langzeitverlauf negative Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden hat. "Bei Menschen, die dauerhaft zu wenig trinken, können sich im Gehirn offenbar falsch gefaltete Proteine als giftige Stoffwechselprodukte ansammeln – und auf diese Weise eine Demenz begünstigen", heißt es beim "Spiegel".

Wie viel Flüssigkeit benötigt der Körper?

Nach Empfehlungen der DGE sollten Erwachsene täglich 1,5 Liter trinken. Ein Liter Wasser am Tag reicht nicht aus, um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, warnt die DGE. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt erwachsenen Männern sogar 2,5 Liter und erwachsenen Frauen zwei Liter Flüssigkeitsaufnahme täglich. 20 bis 30 Prozent davon sollten laut EFSA durch Nahrung aufgenommen werden.

Am besten sollte über den Tag verteilt immer wieder ein Glas Wasser getrunken werden. Doch dabei sollte auf zuckerhaltige Limos oder Eistees verzichtet werden. Die richtigen Durstlöscher sind Wasser, Kräuter- und Früchtetees ohne Zucker und Saftschorlen mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft. Auch Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee können in die Flüssigkeitsbilanz gezählt werden, wenn sie ohne Zucker getrunken werden. Doch: Sie enthalten Koffein oder Theobromin, was anregend wirkt. Für Erwachsene ist laut DGE ein moderater Genuss von drei bis vier Tassen täglich in Ordnung.

Da wir einen Teil unseres Flüssigkeitsbedarfs durch das Essen decken, verlieren wir auch an Wasser, wenn wir wenig essen. Heißt: Je weniger man isst, je mehr muss man trinken. Wichtig auch: Wir sollten nicht erst trinken, wenn wir Durst haben. Sendet der Körper diesen Stimuli aus, herrscht schon ein Flüssigkeitsmangel.

Es kann sein, dass der Körper mehr Wasser benötigt als die empfohlenen 1,5 Liter. Zum Beispiel bei großer Hitze und extremer Kälte. Auch bei körperlich anstrengender Arbeit oder Sport – dabei können pro Stunde zusätzlich ein halber Liter bis zu einem Liter Wasser nötig werden, erklärt die DGE. Auch im Krankheitsfall mit Fieber, Durchfall oder Erbrechen benötigt der Körper mehr Flüssigkeit, um den Verlust ausgleichen zu können.


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