LPG-Tankstellen in Norwegen

Reisetipp

Allgemeine Hinweise & Reisevorbereitungen

LPG-Tankstellen in Norwegen

LPG-Tankstellen in Norwegen: 3 Sterne bei 1 Bewertung

LPG (Autogas) wird unter deutschen Autofahrern als Alternative zu Benzin immer beliebter, vermutlich auch, weil sich so die Spritkosten und d. h. auch die Reise- und Urlaubskosten deutlich senken lassen. Während das Tankstellennetz in Deutschland mittlerweile sehr dicht ist, sieht es in den Urlaubsländern innerhalb Europas sehr unterschiedliche aus. In Skandinavien sieht die Situation zur Zeit (2009) folgendermaßen aus: In Finnland gibt es keine einzige LPG-Tankstelle, in Dänemark wurde die Steuerbefreiung abgeschafft, so dass LPG dort jetzt teurer ist als Benzin und das Tankstellennetz entsprechend der Nachfrage immer weiter zurückgeht und in Schweden ist das LPG-Tankstellennetz noch relativ dünn. Relativ problemlos im ganzen Land mit einem LPG betriebenen Fahrzeug reisen lässt sich daher zurzeit wohl nur in Norwegen. Dieser Tipp soll dazu dienen Erfahrungen mit dem LPG-Tanken in Norwegen auszutauschen und anderen Reisenden Hinweise zu geben.

Das erlebten unsere Mitglieder

  • LPG-Tankstellen in Norwegen: Bewertet mit 3 Sternen
    debby83 02.09.09

    Norwegen mit Autogas erfahren ist durchaus möglich

    Wir haben fast komplett Norwegen (Kirkenes-Vardö-Nordkapp-Alta-Tromsö-Trondheim-Bergen-Oslo) mit dem Auto durchfahren und mussten dabei (mit Ausnahme des äußersten Nordens) nur für sehr wenige Kilometer auf Benzin fahren. Mit etwas Vorbereitung und einem ausreichend großen Gastank ist eine LPG-Reise in Norwegen also durchaus möglich. Da das Tankstellennetz sich aber dennoch deutlich von dem in Deutschland unterscheidet, möchte ich hier unsere Erfahrungen beim LPG-Tanken in Norwegen weitergeben.

    Tankstellennetz:
    Das Netz ist nicht so dicht wie in Deutschland, aber mit etwas Planung findet man in akzeptablen Abständen Tankstellen. Einzig und allein im äußersten Norden sieht es etwas mau aus. Die nördlichste Tankstelle findet sich derzeit in Alta. Eine gute und umfassende Übersicht über alle LPG-Tankstellen in Norwegen findet man, sortiert nach Regionen (Fylke), auf folgender Seite:
    http://www.gjelstenli.no/lpg/FyllestasjonerNorge.htm

    Informationen über die Tankstellen einzelner Anbieter findet man hier:
    LPG Norge: http://www.lpgnorge.no/stasjoner.html
    Shell: http://www-static.shell.com/static/nor/downloads/shell_for_businesses/gas_lpg/stasjoner_autogass.pdf
    Statoil: http://www.statoil.no/FrontServlet?s=sdh&state=sdh_dynamic&viewid=2073420&showMenu=0_2_3_2

    Mal abgesehen von den Shell- und Statoil-Tankstellen, liegen die LPG-Zapfsäulen häufig abseits und sehr versteckt, oft in irgendwelchen Industriegebieten. Sie sind dann in der Regel nicht an normale Tankstellen angeschlossen, sondern gehören meist zu irgendwelchen Unternehmen, z. B. Autohäusern, Busunternehmen, manchmal sogar zu einem Bauernhof. Einfach nur eine Liste der Tankstellen mit Adresse dabei zu haben, wird einem daher unterwegs wenig nützen, denn vermutlich kennen auch die meisten Einheimischen weder die Zapfsäule noch die Straße, in der sie sich befindet. Wir hatten ein Navi dabei, in das wir die Adresse eingeben konnten und so meist relativ schnell die Zapfsäule fanden. Manchmal mussten wir aber dennoch noch ein wenig suchen. Wer kein Navi hat, der sollte sich bereits vor der Reise einen Googlemaps-Ausdruck von der Lage der in Frage kommenden Tankstellen machen.

    Preise:
    Die Preise lagen bei unserer Tour im Juni 2009 zwischen 7,5 NOK/l in Alta und 5,19 NOK/l in Steinkjer. Also nur geringfügig über dem deutschen Preisniveau und im Vergleich mit dem allgemeinen Preisniveau in Norwegen recht günstig. Generell war es im Norden teurer als im Süden. Bei Shell gab es an allen LPG-Zapfsäulen den Einheitpreis von 5,28 NOK/l.

    Öffnungszeiten und Bezahlung:
    Mit Ausnahme der Zapfsäulen bei Shell, sind die Öffnungszeiten in der Regel sehr begrenzt. Am Wochenende ist häufig komplett geschlossen und unter der Woche gibt es mitunter eine längere Mittagspause oder es ist bereits ab 15 Uhr geschlossen. Wer absolut sicher sein will, dass er wirklich tanken kann, sollte am besten so zwischen 10 und 11 Uhr vormittags und unter der Woche die Zapfsäule ansteuern. Ist geöffnet, dann ist an vielen kleinen Zapfstellen Selbstbedienung nicht immer selbstverständlich. Ab und zu haben wir erlebt, dass der Mitarbeiter etwas irrtiert war, wenn wir selbst mit dem Tankvorgang begannen und uns dann den Zapfschlauch aus der Hand nahm. Also im Zweifelsfall besser fragen, ob man sich selbst bedienen darf. Ist geöffnet, kann man in der Regel in bar oder mit Kreditkarte bezahlen. An einigen Zapfsäulen gibt es aber auch Automaten, so dass man im Prinzip 24-Stunden tanken kann. Eine Bezahlung ist dort allerdings nur mit Kreditkarte und PIN (!) möglich. EC-Karten werden nicht akzeptiert. Wir hatten keinen PIN für unsere Kreditkarte, was für uns durchaus eine große Einschränkung darstellte. Wer eine Kreditkarte mit PIN dabei hat, ist gerade bezüglich der Öffnungszeiten wesentlich flexibler.

    Anschluss/Adapter:
    An keiner Tankstelle konnten wir ohne Adapter tanken und auch innerhalb Norwegens gibt es keinen einheitlichen Anschluss, mindestens zwei verschiedene sind uns auf unserer Tour begegnet. Aber alle Tankstellen hatten passende Adapter, die man sich ausleihen konnte. An einer Tankstelle dauerte es allerdings fast eine halbe Stunde bis der Mitarbeiter den passenden Adapter gefunden hatte. Wer auch außerhalb der Öffnungszeiten am Automaten tanken will, der sollte sich aber zuvor selbst mit Adaptern ausstatten.

    Hinweis zum Tankvorgang:
    Handschuhe tragen!!! An fast allen Tanksäulen war der Druck deutlich höher als in Deutschland üblich und beim Entfernen des Zapfschlauch zischt es schon extrem. Wer hier keine Handschuhe trägt, kann sich schnell die Hände vereisen. Wir sind aus dem ersten Versuch ohne Handschuhe schnell schlau geworden und haben dann immer Handschuhe getragen, was auch gut war. An einigen Tankstellen stehen auch extra Hinweise an der Zapfsäule, die das Tragen von Handschuhen empfehlen, meist aber nur auf Norwegisch.
    Ansonsten gibt es an wenigen Tanksäulen noch die Besonderheit, dass der Tankvorgang bei vollem Tank nicht automatisch stoppt und man vor Beginn des Tankvorgangs eingeben muss wieviel Liter oder für wieviel Geld man tanken möchte. Daher ist es ganz hilfreich immer ungefäht zu wissen, wie leer bzw. voll der Tank ist.

    Ich hoffe, ich konnte mit diesen Hinweisen allen LPG-Fahrern, die Norwegen gerne mit dem eigenen Auto bereisen möchten, ein wenig weiterhelfen. Wer sich vorher informiert und die gegebenen Hinweise beachtet, der wird kein Problem haben Norwegen mit Autogas zu bereisen. Und auch wenn man die Zapfsäule manchmal vielleicht ein wenig suchen muss, es lohnt sich - nicht nur für die Umwelt, sondern gerade in Norwegen auch für den Geldbeutel.

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