Into the wild - Trekkingtour in der der Femundsmarka

Reisebericht

Into the wild - Trekkingtour in der der Femundsmarka

Reisebericht: Into the wild - Trekkingtour in der der Femundsmarka

"Hier scheint es, als wäre die letzte Eiszeit erst ein paar hundert Jahre vorüber..." - Ja, auch im Europa des 21. Jahrhundert gibt es sie noch, vom Menschen (fast) unberührte Wildnis. Zum Beispiel in der Femundsmarka, einem Nationalpark an der Grenze zwischen Norwegen und Schweden, den ich im Rahmen einer geführten Trekkingtour erleben durfte.

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Die Wildnis ruft!

Losziehen, raus in die Natur, nur mit den Dingen, die man wirklich braucht und selbst tragen kann, und völlig autark und losgelöst vom Luxus und Ballast der Zivilisation durch die menschenleere Einsamkeit streifen, war für mich schon lange ein faszinierender Gedanke. Doch ob bei Bergtouren in den Alpen, oder bei einer Rucksacktour im letzten Jahr durch Spanien, die Augenblicke, in denen sich die menschliche Zivilisation weit entfernt anfühlte, hielten immer höchstens ein paar Stunden... Aber sie machten Lust auf mehr!
So keimte in mir die Idee einer längeren Trekkingtour in einer möglichst menschenleeren Gegend, und da lag der Gedanke an Schweden oder Norwegen nicht fern. Da ich aber noch nie in Skandinavien war, und auch noch nie über mehrere Tage ohne Rückkehrmöglichkeit in die Zivilisation, wollte ich dann doch nicht gleich auf eigene Faust losziehen. Und so machte ich mich auf die Suche nach einem Anbieter von geführten Trekkingtouren in Skandinavien, wobei ich im Internet über "Nordland-Trails" stolperte, einen kleinen Veranstalter von Wildnistouren in Skandinavien, Kanada und sogar Grönland(!). Deren "Firmenphilosophie", ihre Touren möglichst naturnah, in kleinen Gruppen und ohne zusätzliche Gepäcktransporte, vorbereitete Lager usw. durchzuführen, sprach mich sofort an, und so buchte ich die Trekkingtour in der Femundsmarka.



Auf nach Norden!

Am Ufer des Grövelsjön

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Die Tour startete von Hamburg, und da ich noch nie in Hamburg gewesen war, fuhr ich einen Tag früher von Ulm los, über Nacht, um mir zuerst noch eineinhalb Tage Hamburg anzuschauen. Am Tag der Abfahrt war ich wie üblich viel zu früh am Busbahnhof, an dem der Bus hielt, in dem wir als Mitfahrer bei einer Gruppe von "Rucksackreisen" eingemietet waren. Ein Führer der anderen Gruppe kam dafür entsprechend viel später, so dass wir erst mit zwei Stunden Verspätung losfahren konnten. Vor uns lagen 18 Stunden Fahrt über Nacht in einem vollbesetzten Reisebus... Das Kennenlernen war anfangs etwas zögerlich, trotz eines Begrüßungs-Sekts mit selbstgemachtem Holunderblütenlikör von unserem Guide André. Aber trotzdem führte diese gemeinsam durchlittene schlaflose Nacht zu einer Art gefühlter Schicksalsgemeinschaft und verstärkte noch die Vorfreude, aus dem engen Bus endlich in die Weite der skandinavischen Wildnis zu kommen. Danach erschienen ein schwerer Rucksack und eine harte Isomatte als willkommene Abwechslung...
Das richtige Skandinavien-Feeling stellte sich langsam während der zweiten Hälfte der Busfahrt ein, als der Bus am nächsten Vormittag 500 Kilometer auf kleinen Landstraßen durch schwedische Wälder fuhr, vorbei an verstreut liegenden Häusern und einsamen Hütten an kleinen Seen...
Am Ende der Busfahrt, in einem Camp nahe dem schwedischen Idre, wurden die Gemeinschaftsausrüstung verteilt und die Rucksäcke gepackt. Zum persönlichen Gepäck (Kleidung, Schlafsack, Isomatte, ...) kamen dann noch Zelte und Kocher, außerdem das Essen für 6 Tage in der Wildnis, so dass dann jeder mit 20-25 kg auf dem Rücken aus dem Camp marschierte. Es ging zuerst nach Idre, und dann, schließlich waren wir noch nicht genug Bus gefahren, mit dem Linienbus von Idre zur Grövelsjön-Fjällstation, einer Art Berghotel, dem letzten Vorposten der Zivilisation.
Von dort wanderten wir noch ein Stück bis an den Gröveljön, ein See, an dem die letzte Straße in dieser Gegend endet.



Endlich draußen!

Dort bauten wir unser erstes Lager auf, während uns André eine erste Einweisung in die Grundregeln des skandinavischen Wildnislebens gab: "Trocken, warm, satt" Zuerst wurden die Zelte aufgebaut, insbesondere das schnell aufbaubare Gemeinschaftszelt, die Kota, um Gepäck und Wanderer bei Regen ins Trockene zu bringen. Dann gab es Tee und Kaffee auf den Trangias, den Spirituskochern, um die verfrorenen Wanderer aufzuwärmen, und zuletzt dann ein anständiges Essen: am ersten Abend Würstchengulasch und zum Nachtisch Mousse au chocolat, zwar aus Trekking-Fertigpulver, aber wirklich lecker! Wichtig ist das Essen auch, um genügend Energie fürs die körpereigene Heizung in der kalten Nacht zu haben.Was an diesem Abend noch eher eine Trockenübung war (es war trocken, wenn auch etwas kühl), sollte sich schon am nächsten Abend bewähren...
Später saßen wir noch länger am Lagerfeuer, wobei ich überrascht feststellen musste, dass wir so weit im Norden waren, dass es selbst um halb 12 noch nicht ganz dunkel war, und, wie mir André darauf eröffnete, es auch nicht mehr viel dunkler werden würde...



Unser erstes Lager (am Grövelsjön)


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Kommentare

  • Kongo

    Was wäre das für eine Tour bei trockenem Wetter gewesen! So steigt allerdings der Abenteuerfaktor. Aussuchen kann man es sich eh nicht. Beim Lesen habe ich Eure Tour jedenfalls sehr schön miterleben und mitfühlen können. Irgendwann muss ich auch wieder in den Norden.

  • RELDATS

    Gedanklich konnte ich gut mitwandern.
    Hat mir gefallen.
    Nette Grüße von Josef

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