KI gegen Mensch Spiel, Satz, Maschinen-Sieg? So gut ist Tischtennis-Roboter "Ace" wirklich

KI gegen Mensch: Spiel, Satz, Maschinen-Sieg? So gut ist Tischtennis-Roboter "Ace" wirklich
© Sony AI
Sony AI
Sony präsentiert einen Roboter: darauf trainiert, besser Tischtennis zu spielen als Homo sapiens. Wie gut ist er wirklich? 

Er spielt Topspins und Schlupfbälle, reagiert blitzschnell und schnippelt tückisch unter den Ball: "Ace" spielt Tischtennis auf höchstem Niveau. Der Roboter ist, das zumindest behauptet sein Entwicklungsteam, das erste selbstständige System, das auf künstlicher Intelligenz basiert und derart gut ist. 

Um ihm beizubringen, wie er den Ball spielen muss, nutzte das Team einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Statt an einer echten Platte, wie es rückständige Menschen tun müssen, trainierten sie "Ace" meist in virtuellen Welten: per Reinforcement Learning. Das System wird dabei mit allen erdenklichen Spielsituationen konfrontiert und muss selbst entscheiden, wie es reagiert. Anhand der Rückmeldungen, die der Roboter für jede dieser Entscheidungen bekommt, verfeinert er seine Spielweise, wird immer besser. 

Außerdem helfen ihm seine übermenschlichen Sinne. Um die Platte herum sind Kameras verteilt, messen die Position des Balles im Raum, erfassen seine Geschwindigkeit und sein Drehmoment. Diese Werte kombiniert "Ace" mit seinen Trainingsdaten und trifft Entscheidungen: Wehre ich den Schmetterschlag nur ab? Oder versuche ich einen Konter? 

Wie gut "Ace" bereits ist, wurde nun einem Test unterzogen. Für eine Studie, die heute im Fachmagazin "Nature" erschienen ist, ließ ein Entwicklungsteam ihn gegen echte Menschen antreten. Gegen gute, aber nicht professionelle Spielerinnen und Spieler gewann Ace noch drei von fünf Duellen. Gegen Profis aus der japanischen Tischtennisliga hingegen verlor der Roboter sieben Spiele und gewann nur eines.

Besonders schlecht war "Ace", das zeigen die Daten seiner Entwickler*innen, wenn die Menschen den Ball heftig anschnitten, ihm also ein hohes Drehmoment verliehen. Dabei erreicht der Roboter bereits Spitzenwerte: "Ace" spielt im Schnitt 75 Prozent der Bälle erfolgreich zurück, die sich etwa 72 mal pro Sekunde um die eigene Achse drehen. Manchmal schafft er das sogar bei Bällen mit 138 Umdrehungen. 

Besonders gut war er im Vergleich zur menschlichen Konkurrenz bei langen Ballwechseln. Kein Wunder, wird doch ein Roboterarm nie müde.