Lehde in Brandenburg

"Lagunenstadt im Taschenformat" taufte Theodor Fontane zärtlich-verzückt das kleine Lehde, als er im Spreewald kurzurlaubte. Das ist nun 160 Jahre her, doch ein Miniatur-Venedig ist das Dorf bis heute: Spreearme sind seine Gassen, Brücken verbinden die Inselquartiere, und der Kahn ist das wichtigste Verkehrsmittel – Postbotin, Müllmänner, Feuerwehr, Polizei erledigen ihre Jobs per Holzboot. Kinder in Lehde, erzählt der Gondoliere Wolfgang Gahl, lernen das Fahren vorm Laufen. Er und seine Kollegen staken Touristen in Kähnen durch das Wasserwegelabyrinth, mit Glück zeigen sich Otter, Eisvogel oder Wasserschlange. Wer Stille sucht, nimmt besser ein Kanu oder ein Kajak. Es gibt das Gurkenmuseum im Dorf und das Freilandmuseum, aber genau genommen ist ganz Lehde ein Museum: die Einlegereien und Reibereien für Gemüse und Meerrettich, die Kähne und die Art, wie sie gebaut werden, die Holzhäuser und die Spreewaldkultur. 130 Lehder halten sie hoch. Und feiern 2019 das Fontanejahr, schließlich hat der Mann das alles berühmt gemacht.

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