Paderborn, Nordrhein-Westfalen
Obwohl ich seit mehr als zehn Jahren in Hamburg lebe, an der großen Elbe, vermisse ich ausgerechnet einen Fluss. Ich komme aus Paderborn. Und dieser Name ist Programm, denn »Born« bedeutet Quelle. Mitten in meiner ostwestfälischen Heimatstadt entsteht ein Fluss aus dem Nichts. Ein Wunder, das Hamburg nicht zu bieten hat. Im PQ – kurz für Paderquellgebiet – sprudelt es in ummauerten Becken, und nur wenige Meter weiter fließt schon ein flottes Gewässer, in dessen Strömung lange Algen wedeln. Nach vier Kilometern ist aber schon alles wieder vorbei, die Pader wird von der Lippe geschluckt. Provinzstädte müssen sich anstrengen, einen Superlativ zu finden, mit dem sie sich schmücken können. Hier ist meiner: Die Pader, das ist Deutschlands kürzester Fluss. Am schönsten ist sie am Rothoborn. Da hat man einen guten Blick auf den Domturm. Und ab und an huscht eine Nonne vorbei. Oder vielleicht sogar ein Weihbischof.
Mein Tip: Das original »Paderborner Landbrot« mit kastanienbrauner Kruste bekommt man bei »Klokes Backkunst« in der Geroldstraße 20
Joachim Telgenbüscher, Redaktionsleiter
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Joachim Telgenbüscher, Redaktionsleiter
© mauritius images/ Werner Otto / Alamy