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Surfen in Marokko Wie ich am Ende der Wüste die perfekte Welle fand

Die ersten Wellen spülen sie vom Brett, doch unsere Autorin gibt nicht auf. In Marokko sucht sie den perfekten Surfspot – und taucht ein in die Seele der nordafrikanischen Surfkultur
Frau mit Surfboard vor bergiger Kulisse und Meer
Los geht's! Zwei Wochen reist Autorin Emma Lehmkuhl entlang der marokkanischen Küste, einem Paradies zum Wellenreiten. Im kleinen Ort Imsouane winkt sie anderen Surfer*innen, die einen Einstieg an den Klippen suchen
© LEONIE HEMESATH

Am Horizont baut sich eine Wand aus Wasser auf. Ich lege mich auf mein Board, drehe mich in Richtung Strand, paddle los. Die Welle verfolgt mich, während ich versuche, ihr Tempo aufzunehmen. Sie kommt näher, schiebt sich von hinten unter das Board und hebt mich etwa einen Meter in die Luft. Dabei spüre ich schon: Diese hätte ich besser nicht genommen.

Trotzdem versuche ich aufzustehen und mache dabei den Fehler, nach unten zu schauen, statt geradeaus zur Küste. Gleichzeitig merke ich, wie die Welle den hinteren Teil des Boards kraftvoll und steil in die Höhe reißt. Der Nose-Dive ist nicht mehr zu verhindern: Ich überschlage mich und werde durchgespült. 

"Das war Shorebreak! Warte auf die grüne Welle, dann klappt es", sagt Mehdi Malek, ein junger Marokkaner, der mich untergehen sah. Shorebreaks sind Wellen, die kraftvoll und steil auf einer Sandbank oder in flachem Wasser brechen. Es fehlt die Zeit für einen sauberen Take-off, mit dem man vom Liegen in den Stand kommt. Mehdi hat recht; es ist keine gute Idee, sie anzupaddeln. Grüne Wellen dagegen sind sanft und ungebrochen. Auf ihnen lernt man, entlang der Welle zu surfen. Genau darin liegt für Freizeitsurferinnen wie mich der Spaß. Und genau deshalb bin ich hier, in Marokko.

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