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Giftige Insekten Wie gefährlich sind Hornissen wirklich?

Hornissen stechen fast ausschließlich, wenn sie sich am Nest bedroht fühlen
Hornissen stechen fast ausschließlich, wenn sie sich am Nest bedroht fühlen
© IMAGO/blickwinkel
Zwischen August und September sind die meisten Hornissen unterwegs. Aber keine Panik: Die Insekten nerven nicht am Frühstückstisch und gelten als "gutmütige Brummer" – so lange man ihrem Nest nicht zu nahe kommt

Hornissen flößen uns Respekt ein. Es ist nicht nur ihre Größe – die Insekten werden bis zu dreieinhalb Zentimeter groß – auch ihre gelb-schwarz-rote Optik signalisiert: Vorsicht! Doch der Eindruck täuscht. Tatsächlich sind Hornissen eher gutmütige Brummer.

Im Gegensatz zu den beiden Wespenarten, die zum Beispiel beim Frühstück im Garten lästig werden können, der Deutschen und der Gemeinen Wespe, interessiert sich die Hornisse (Vespa crabro) kein bisschen für Süßes. Die Insekten ernähren sich von Pflanzensäften und füttern ihren Nachwuchs mit anderen Insekten – darunter auch Wespen. Das Konfliktpotenzial am Tisch ist damit gering.

Hornissen sind nicht giftiger als Wespen oder Bienen

Etwa zwischen Mitte August und Mitte September sind die meisten Hornissen im Nest – bis zu 700. Dann kann es auch zu Angriffen auf Menschen kommen – wenn die Tiere sich oder ihr Nest bedroht fühlen. Im vergangenen Jahr etwa wurden mehrere Spaziergänger in einem Park in Dresden gestochen, einige von ihnen mussten zur Behandlung ins Krankenhaus. Die Feuerwehr und 60 Einsatzkräfte rückten aus. Doch die Hornissen blieben unbehelligt: Nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde wurde der Baum mit dem Nest der Insekten im Umkreis von 20 Metern abgesperrt.

Zwar sind die Tiere alles andere als stechlustig. Wenn aber doch einmal ein Stachel in menschlicher Haut landet, ist das unangenehmer als bei einem Wespenstich. Nicht, weil ihr Gift giftiger wäre als das einer Wespe oder Biene. Doch ihr Stachel ist länger, und sie kann mehr Gift abgeben. Zudem enthält die schmerzhafte Flüssigkeit Acetylcholin – einen Botenstoff, der die Reize zwischen den Nerven weiterleitet.

Vespa crabro ist in Deutschland geschützt

In Deutschland sind Hornissen streng geschützt: Es ist verboten, eine Hornisse zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch Nester dürfen grundsätzlich nicht beschädigt werden. Muss ein Nest aus triftigen Gründen entfernt werden (zum Beispiel am Haus), muss zuvor die zuständige Naturschutzbehörde informiert werden. Eventuell ist eine Umsiedlung möglich. Alte Nester aus dem Vorjahr dagegen können unbedenklich entfernt werden: Hornissen bauen jedes Jahr neu.

Etwa ab Ende Oktober wird es still im Hornissen-Nest: Das ganze Volk stirbt – bis auf einige weibliche Tiere, darunter die befruchtete Jungkönigin. Sie gründet im folgenden Jahr einen neuen Staat.

Tipps für den Umgang mit Hornissen

  • Kommen Sie Nestern nicht zu nah und stören Sie die Insekten nicht in ihrer "Einflugschneise".
  • Falls Sie gestochen wurden: desinfizieren und kühlen. Falls zur Hand, hilft auch eine aufgeschnittene rohe Zwiebel. Bei allergischen Reaktionen mit starken Schwellungen, Übelkeit oder Atemnot sofort den Rettungsdienst rufen.
  • Hornissen fliegen sogar nachts; da sie von Licht angezogen werden, halten Sie Fenster von erleuchteten Räumen besser geschlossen.
  • Mit Zitronenscheiben oder Nelkenöl lassen sich Hornissen, wenn nötig, drinnen wie draußen auf Abstand halten.

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