Der Pseudacris sierra ist ein begnadeter Sänger. Mit seinen Paarungsrufen lockt der männliche Frosch die Weibchen an den Teich. Doch nicht jeder Ruf ist gleichermaßen anziehend. Ob der Minnesang der Frösche die richtige Tonalität trifft, hängt von der Teichtemperatur ab.
Das ergab eine Studie der Universität von Kalifornien, die jüngst im Fachjournal "Frontiers in Ecology and the Environment" erschien. Mit dem Mikrofon in der Hand lauschte die Studienleiterin Julianne Pekny Froschgesängen in Kalifornien. Zusätzlich untersuchte sie die Wassertemperatur der dortigen Teiche.
Dabei stieß sie auf eine faszinierende Korrelation: Als der Frühling gerade erst begann und das Wasser noch kühler war, sangen die Frösche langsamer – geradezu träge. Doch kaum erhitzten sich die Teiche, beschleunigte sich der Gesang der Männchen. Mit Erfolg: Den Weibchen schienen die flotteren Paarungsrufe zu gefallen.
Damit die Eier der Weibchen überleben, benötigen sie wärmere Temperaturen. Und während sich die Männchen möglichst früh am Teich versammeln, sei es im Interesse der Weibchen, erst dann den Rufen zu folgen, wenn die Zeit zum Eierlegen tatsächlich reif ist, so der Co-Studienautor Brian Todd.
Die voranschreitende Klimakrise wirkt sich auf Jahreszeiten und durchschnittliche Temperaturen aus. Um die vielen bedrohten Amphibienarten zu schützen, sei es deshalb besonders wichtig, besser zu verstehen, wie klimatische Veränderungen und Paarungsverhalten zusammenhängen.