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Birdlife International Fast jede fünfte Vogelart in Europa vom Aussterben bedroht

Grauammer
Wie viele andere Vogelarten in Europa, ist auch die Grauammer (Emberiza calandra) vom Aussterben bedroht
© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Der Verlust von Lebensräumen und der Einsatz von Agrarchemikalien machen Vögeln in Europa zu schaffen. Immer mehr Vogelarten in Europa sind bedroht. Nun gibt es eine neue Auflistung der Naturschutzorganisation Birdlife International

Nahezu jede fünfte Vogelart in Europa ist vom Aussterben bedroht oder schon kurz davor. Das gelte damit für 110 von 544 ausgewerteten Arten auf der neuen Roten Liste, die der Nabu-Dachverband Birdlife International am Donnerstag veröffentlichte. Bei 166 Arten sei zudem ein Bestandsrückgang zu verzeichnen gewesen. Das gelte insbesondere für Singvögel wie Lerchen, Würger und Ammer. Die Naturschützer führen das auf den Verlust von Lebensräumen und den zunehmenden Einsatz von Agrarchemikalien zurück.

Die auch in Deutschland heimischen Bekassinen, Mauersegler und Wachteln haben laut Nabu die Vorwarnliste übersprungen und gelten nun europaweit als gefährdet. Auch Meeresvögel wie die Samtente seien nun bedroht – etwa aufgrund von Fischerei und Wasserverschmutzung. Den Waldrapp führt BirdLife International jetzt als in Europa ausgestorben.

Umweltverschmutzung und Flächenversiegelung machen Vögeln zu schaffen

"Noch immer ist die Vielfalt der europäischen Vogelwelt bedroht durch intensivierte Landwirtschaft, zunehmende Flächenversiegelung, Übernutzung der Meere, nicht nachhaltige Praktiken in der Forstwirtschaft, Umweltverschmutzung, Raubbau und das illegale Töten bestimmter Arten", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Zudem bedrohe der Klimawandel mittlerweile den Lebensraum zahlreicher Vogelarten.

Andererseits erholten sich manche Vogelarten auch. So konnten etwa Eisvögel und Rotmilane von der Roten Liste gestrichen werden. Verschiedene Greifvogelarten profitierten den Angaben nach zudem von gezielten Naturschutzaktivitäten.

Die Daten für die Liste stammen den Angaben nach aus 54 Ländern und Regionen. An der Auswertung seien Tausende Experten und Freiwillige beteiligt gewesen. Die letzte Rote Liste wurde 2015 veröffentlicht.

dpa

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