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Biologie Muss man gehört haben: Australische Ente flucht wie ein Mensch

Männliche Lappenente auf dem Wasser
Vertreter dieser Entenart können Geräusche imitieren
© mauritius images / nature picture library / Dave Watts
Dass Papageien "Hallo" sagen können, ist bekannt. Doch auch die australische Lappenente besitzt dieses Talent. Das belegt eine über 30 Jahre alte Tonaufnahme, die Biologen jetzt untersucht haben. Mit Höflichkeit hat es das Tier allerdings nicht gerade

"You bloody fool", schimpft die australische Lappenente namens "Ripper". Der besondere Vogel ist der Beweis dafür, dass neben einigen Singvögeln, Papageien oder Kolibris auch Moschusruderenten, wie die Entenart auch genannt wird, dazu in der Lage sind, Geräusche oder eben Flüche aus ihrer Umgebung zu imitieren. Das haben zwei Forscher in der Fachzeitschrift "Philosophical Transactions of the Royal Society B" beschrieben.

Normalerweise lernt die australische Entenart von ihren älteren Artgenossen hohe Pfeiftöne. Die konnte Ripper als kleines Entenküken allerdings nicht hören. Die Lappenente wurde 1983 in einem australischen Naturreservat mit der Hand aufgezogen. Statt von älteren Enten pfeifen zu lernen – lauschte das Tier seiner Umgebung und lernte offenbar von seinen Zieheltern.

Erst mit vier Jahren hat Ripper Artgenossen kennengelernt. Der Biologe Peter J. Fullagar zeichnete vor über 30 Jahren auf, welche untypischen Geräusche die Ente machte. In der Tonaufnahme, die die Zeitschrift "New Scientist" auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlich hat, ist zu hören, wie die von handaufgezogene Ente "You bloddy fool" quakt, was auf Deutsch so viel heißt wie "Du verdammter Idiot", wenn sie sich aggressiv verhält (circa bei 0:26). Weibchen hingegen versucht Ripper anzulocken, in dem er das Geräusch einer zugeschlagenen Tür nachmacht.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Youtube integriert.
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Biologe aus den Niederlanden machte Aufnahme wieder ausfindig

Dass die Laute von der Lappenente im Jahr 2021 wissenschaftlich betrachtet werden, ist dem Biologen Carel ten Cate von der Universität Leiden in den Niederlanden zu verdanken. Laut "New Scientist" war ten Cate, der geräuschimitierende Vögel erforscht, fasziniert von der Geschichte über eine sprechende Ente in Australien. Er machte den Biologen Peter J. Fullagar ausfindig, der seinen Zögling aufgezeichnet hatte. Anfangs hielt ten Cate die Aufzeichnungen noch für einen Scherz, doch die genauere Analyse zeigte, dass auf der Tonspur wirklich die Lappenente Ripper zu hören war.

Laut der Studie gibt es noch weitere Exemplare, die Geräusche aus ihrer Umgebung imitieren können: zum Beispiel eine Lappenente, quakt wie eine Augenbrauenente; oder zwei Vögel aus Großbritannien, die ein schnaubendes Pony beziehungsweise einen hustenden Pfleger imitieren können.

Da sich Lappenenten eher aggressiv verhalten, werden sie selten in Gefangenschaft gehalten. Vermutlich sind ihre Imitationskünste deshalb bisher kaum aufgefallen.


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