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Heizkosten senken Smarte Heizkörper-Thermostate: So sparen Sie Kosten, ohne zu frieren

Frau steuern Heizung per App
Mit smarten Thermostaten regeln Sie Ihre Heizkörper übers Smartphone
© rh2010 / Adobe Stock
Wie sich sinnvoll Energie einsparen lässt, fragen sich derzeit viele Verbraucherinnen und Verbraucher. Smarte Thermostate helfen, die Heizkosten zu senken. Die Stiftung Warentest bewertet sechs Modelle mit der Note GUT - wir zeigen die Testsieger und verraten, worauf Sie beim Kauf achten müssen

Inhaltsverzeichnis

Energie und Ressourcen sparen ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher fangen bei den Heizkosten an – aus gutem Grund. Denn das Sparpotenzial ist hoch und der Aufwand gering. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) lassen sich bis zu sechs Prozent Heizenergie sparen, wenn Sie die Raumtemperatur um ein Grad reduzieren.

Mit smarten Thermostaten geht laut Stiftung Warentest sogar noch mehr: Demnach können Sie Ihre Heizkosten um bis zu acht Prozent senken, wenn Sie die Raumtemperatur über ein WLAN-Thermostat regeln.

Smarte Thermostate: Das sind die Testsieger von Stiftung Warentest

Bereits 2019 hat die Stiftung Warentest smarte Heizkörper-Thermostate unter die Lupe genommen. Bewertet wurden die Geräte hauptsächlich nach ihrer Fähigkeit, die Wärme zu regulieren. Auch die Handhabung spielte im Test eine wichtige Rolle. Geprüft wurden die Thermostate hinsichtlich Montage, Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung. Der Batterieverbrauch und die Lautstärke der smarten Thermostate flossen zu einem kleinen Teil in die Bewertung ein.

Als Testsieger mit der Note GUT (1,9) gingen die Modelle FritzDect 301 und Homematic IP Kompakt hervor.

Folgende Smart-Thermostate wurden ebenfalls mit der Note GUT bewertet: Devolo Home Control (2,1), Magenta SmartHome (2,2), Eurotronic Spirit Z-Wave Plus (2,3) und Bosch Smart Home (2,4). Alle Testergebnisse und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Wie funktionieren smarte Heizkörper-Thermostate?

Smarte Thermostate sorgen für einen reduzierten Verbrauch und stellen trotzdem angenehme Temperaturen in den Innenräumen sicher. Doch die smarten Helfer regeln nicht nur die Temperatur, sondern erweisen sich mit den richtigen Einstellungen auch als echte Organisationstalente. Hochwertige Thermostate erkennen zum Beispiel Ihre Abwesenheit oder geöffnete Fenster und regeln die Temperatur entsprechend herunter.

Temperatur per App regeln

Smarte Thermostate werden zu Hause mit dem WLAN verbunden und lassen sich per App vom Smartphone aus regeln. So können Sie von unterwegs die Temperatur hoch- oder herunterdrehen. Wer zum Beispiel den ganzen Tag nicht zu Hause ist, kann gleichzeitig sparen und sich abends trotzdem über ein warmes Heim freuen. Schon bevor Sie zuhause ankommen, können Sie die Heizkörper per WLAN-Thermostat hochdrehen, sodass die Räume pünktlich warm werden.

Zeitplan erstellen

Per App können Sie einen intelligenten Zeitplan festlegen, nach dem sich die smarten Thermostate richten. So wird zum Beispiel morgens schon vor dem Aufstehen das Badezimmer vorgeheizt oder die Temperatur heruntergeregelt, während Sie tagsüber bei der Arbeit sind.  

Personen erkennen

Wer den smarten Thermostat nicht jeden Tag manuell über die App steuern möchte, kauft sich am besten ein Modell mit Personenerkennung. Das Gerät merkt dann zum Beispiel, ob Sie zu Hause sind oder nicht. Besonders hilfreich sind smarte Thermostate, die über eine Standorterkennung in der App feststellen können, dass Sie sich Ihrem Zuhause nähern und die Räume vorheizen, bevor Sie dort ankommen.

Geöffnete Fenster erkennen

Beim Lüften geht oft viel Heizenergie verloren. Vor allem, wenn Sie Ihre Fenster kippen, kann es teuer werden. Hochwertige WLAN-Thermostate verfügen über eine Fenstererkennung. Sobald ein Fenster geöffnet wird, schaltet das Thermostat die Heizung ab. Bei manchen Modellen gibt es diese Funktion nur in einem monatlichen Abo. Andere Geräte benötigen einen speziellen Fensterkontakt, den Sie zusätzlich erwerben müssen.

Wetterbericht einbeziehen

Smarte Thermostate sind dazu in der Lage, den aktuellen Wetterbericht beim Heizverhalten zu berücksichtigen. Sobald es draußen sonnig und warm ist, reguliert der WLAN-Thermostat die Heizung herunter. Manche Thermostate lassen sich auch mit einem Temperaturmesser im Außenbereich verbinden, um in Echtzeit aktuelle Wetterdaten zu erhalten und so entsprechend den Energieverbrauch anzupassen.

Kompatibel mit Alexa & Co.

Viele smarte Heizkörper-Thermostate lassen sich auch über Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant steuern. Auch eine Verbindung mit dem Apple Homekit ist bei manchen Modellen möglich. Am besten informieren Sie sich vor dem Kauf, ob ein zusätzliches Plugin für den WLAN-Router benötigt wird.

Kann ich die vom Thermostat gemessene Temperatur sehen?

Ja, bei manchen Modellen lässt sich die gemessene Raumtemperatur in der dazugehörigen App ablesen. Die Heizkörper-Thermostate selbst zeigen in der Regel nur die Soll-Temperatur an. Die Ist-Temperatur messen sie aber trotzdem. Ablesen können Sie diese unter Umständen nicht nur in der App, sondern auch auf einem kompatiblen Raumthermostat bzw. Wandthermostat.

Wie befestige ich den Heizkörper-Thermostat?

Die meisten smarten Heizkörper-Thermostate bauen Sie im Handumdrehen selbst an Ihre Heizkörper an. Besonderes handwerkliches Geschick ist dazu nicht erforderlich. Ihren alten Heizregler montieren Sie je nach Bauart durch Drehen, mit einem Inbusschlüssel oder durch das Entfernen einer Schraube ab. Den smarten Thermostat befestigen Sie dann auf die gleiche Weise an der entsprechenden Stelle.

Wie Sie einen Heizkörper-Thermostat wechseln, zeigt die Verbraucherzentrale NRW in einem kurzen Video.

Vor allem bei schlechter Isolierung lohnen sich smarte Heizkörper-Thermostate

Smarte Thermostate lohnen sich besonders für alte Wohnungen und Häuser. Diese sind oft nur dürftig isoliert, weshalb die Außentemperaturen Einfluss auf die Raumtemperatur nehmen. In der Nacht oder an kalten Tagen wird es auch in den Räumen schnell kühler.

Neuere Gebäude, die besser isoliert sind, haben dieses Problem nicht. Sie kühlen nicht so schnell aus und benötigen daher auch weniger Heizenergie, um eine angenehme Raumtemperatur aufrechtzuerhalten. Trotzdem kann sich ein WLAN-Thermostat auch in einem neuen Haus rentieren. Vor allem, wenn Sie die Heizung in Ihrer Abwesenheit herunterregeln und bei Ihrer Rückkehr trotzdem ein warmes Zuhause vorfinden möchten.

Wer viel unterwegs ist, spart am meisten

Die Anschaffung smarter Heizkörper-Thermostate eignet sich besonders für Menschen, die viel unterwegs sind. Wer täglich mehrere Stunden auf der Arbeit verbringt oder viel reist, kann die Vorzüge der praktischen Helfer ideal nutzen.

Aber auch wer aktuell im Homeoffice arbeitet oder generell viel zu Hause ist, profitiert vom smarten Thermostat. Denn auf dem Display können Sie jederzeit die aktuelle Raumtemperatur ablesen und per App alle Räume gleichzeitig regulieren.

Lohnen sich smarte Heizkörper-Thermostate überhaupt?

WLAN-Thermostate können helfen, die Heizkosten zu senken und den Energieverbrauch zu reduzieren. Allerdings sind die Anschaffungskosten nicht zu vernachlässigen. Denn wer sein Zuhause smart heizen möchte, benötigt für jeden Heizkörper einen neuen Thermostat. Auch eine Zentrale müssen Sie anschaffen, sofern Sie noch keine kompatible Smart-Home-Zentrale besitzen.

Um das volle Sparpotenzial auszuschöpfen, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem richtig mit den Geräten umgehen und sie sparsam einstellen. Der Sparwille und die Bereitschaft, die Heizung hin und wieder ein paar Grad kälter zu drehen, müssen gegeben sein. Dann können smarte Thermostate eine gute Hilfe sein und bares Geld sparen.

Was kostet in guter Smart-Home-Thermostat für die Heizung?

Smarte Heizkörper-Thermostate erhalten Sie in allen Preisklassen. Wer Wert auf gute Qualität und praktische Features legt, sollte um die 100 Euro pro Heizkörper-Thermostat mit Zubehör investieren. Die Stiftung Warentest hat für einen Modellhaushalt mit sechs Thermostaten, einer Zentrale und vier Fensterkontakten einen Gesamtpreis zwischen 425 und 820 Euro errechnet.

Rechenbeispiel: Wann machen sich smarte Thermostate bezahlt?

Das Sparpotenzial mit einem WLAN-Thermostat liegt den Fachleuten zufolge zwischen fünf und acht Prozent. Stiftung Warentest gibt folgendes Beispiel: "Liegen die jährlichen Heizenergiekosten einer 70-Quadratmeter-Wohnung bei 1000 Euro, lassen sich also 50 bis 80 Euro sparen."

Es dauert also ein paar Jahre, bis sich smarte Thermostate bezahlt machen. Das Rechenbeispiel der Stiftung Warentest aus 2019 gilt jedoch nur als Orientierungshilfe. Angesichts der steigenden Energiepreise dürfte die Rechnung heute anders aussehen. Denn wie das Vergleichsportal Check24 berichtet, lagen die Kosten für Gas und Heizöl schon im Februar 2022 fast 70 Prozent über dem Vorjahresmonat.

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