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Energiekrise Energie sparen: 10 einfache Tipps, die sofort wirken

Wer zu Hause die Heizung nur um ein Grad herunterregelt, kann bis zu sechs Prozent Heizenergie sparen
Wer zu Hause die Heizung nur um ein Grad herunterregelt, kann bis zu sechs Prozent Heizenergie sparen
© Olivier Le Moal / Adobe Stock
Die Energieversorgung in Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen. Doch jeder und jede kann sofort etwas dazu beitragen, dass die EU von russischem Öl und Gas unabhängiger wird

"Wenn man Putin ein bisschen schaden will, dann spart man Energie", sagte kürzlich Wirtschaftsminister Robert Habeck. Und aus Brüssel sekundierte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Jeder könne dazu beitragen, dass Europa schneller unabhängig wird von russischem Öl, Gas und Kohle: durch Energiesparen.

Tatsächlich lassen sich Einsparungen im Privatbereich schnell und meist sogar ohne Komfortverlust erreichen. So rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) vor, dass die durchschnittliche Raumtemperatur in europäischen Gebäuden bei über 22 Grad Celsius liegt. Schon ein Grad weniger würde zu einer jährlichen Einsparung von zehn Milliarden Kubikmetern Gas in der EU führen. Das sind immerhin 2,5 Prozent des Gesamtverbrauchs von 380 Milliarden Kubikmetern.

1. Nur so viel heizen wie nötig

Wie das Rechenbeispiel der IEA zeigt, ist das Heizen mit Augenmaß eines der wirksamsten Mittel, mit denen Bürgerinnen und Bürger sofort Energie und Nebenkosten sparen können. Wenn Sie die Raumtemperatur um nur ein Grad reduzieren, können Sie bis zu sechs Prozent der Heizenergie sparen. Ein Unterschied, den Sie vermutlich nur auf der Heizkosten-Abrechnung bemerken.

2. Nur dort heizen, wo es nötig ist

Gerade, wenn die Außentemperaturen steigen, ist es nicht erforderlich, alle Räume eines Hauses oder einer Mietwohnung gleich warm zu halten. Im Schlafzimmer etwa darf es gerne etwas kühler sein. Das kommt auch dem Schlaf zugute.

3. Bei Abwesenheit Heizung herunterregeln

Wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind, können Sie den Thermostat etwas herunterregeln. Ganz abstellen sollten Sie die Heizung aber nicht. Denn wenn die Wände zu sehr auskühlen, ist viel Energie erforderlich, damit die Räume wieder wohlig warm werden. Wichtig: Auch wer auf seine Heizkosten achtet, sollte weiterhin richtig lüften!

4. Dusche statt Vollbad

Ein großer Teil der Energie, die wir zu Hause verbrauchen, geht auf das Konto von Warmwasser. Eine Dusche braucht nur einen Bruchteil des heißen Wassers, das für eine volle Wanne benötigt wird. Wer noch weiter optimieren will: beim Einseifen das Wasser abdrehen – und einen wassersparenden Duschkopf benutzen. Mit der feineren Brause lässt sich der Warmwasser-Verbrauch noch einmal halbieren.

5. Mobilität: Fahrgemeinschaft statt allein

Ein weiterer, wichtiger Posten in unserer privaten Energiebilanz ist die Mobilität. Wer statt allein in einem Auto bei anderen mitfährt, spart sofort Sprit und Energiekosten – je nach Anzahl der Mitfahrenden die Hälfte und mehr.

6. Energiesparend fahren

Wer mit moderater Geschwindigkeit, vorausschauend und niedertourig fährt, muss seltener an die Zapfsäule. Übrigens dürfte auch die Diskussion um ein Tempolimit angesichts der aktuellen Krise wieder an Fahrt aufnehmen. Die Deutsche Umwelthilfe drängt angesichts der Krise auf Tempo 100 auf Autobahnen, Tempo 80 außerhalb von Ortschaften und Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften. Damit könnten sofort bis zu 3,7 Milliarden Liter Benzin und Diesel jährlich eingespart werden.

7. ÖPNV und Fahrrad statt Auto

Sofern Sie eine Haltestelle in der Nähe haben: Steigen Sie auf Bus und Bahn um. Mit steigenden Temperaturen bietet sich vielleicht auch das Fahrrad an? Gerade auf kurzen Strecken in der Stadt ist das Fahrrad dem Auto oft überlegen. Und der Parkplatz ist inklusive.

8. Am Boden bleiben

In der Corona-Pandemie wurde ohnehin weniger geflogen als zuvor. Wer sich für Borkum statt für Bali entscheidet, vermeidet tonnenweise Flugbenzin: Energiemengen, die im Handumdrehen alle Bemühungen im Alltag zunichtemachen können.

9. LED statt Glühbirne

Wer es noch nicht getan hat, sollte jetzt umrüsten: Mit LEDs lässt sich im Haus, beziehungsweise in der Wohnung sofort Energie sparen. Da absehbar mehr Strom in Gaskraftwerken produziert werden wird, hilft auch diese Maßnahme, ein bisschen unabhängiger von russischen Energielieferungen zu werden.

10. Weiter denken

Wer im eigenen Haus wohnt, kann oft noch mehr tun, um perspektivisch viel Energie zu sparen. Relativ einfach umzusetzen sind die Dämmung der obersten Geschossdecke, der Einbau einer Hocheffizienzpumpe, ein Heizungsabgleich und die Dämmung aller Heizungsrohre.

Mehr Planung und Beratung erfordern eine umfassende energetische Sanierung und der Umstieg auf klimafreundliche Techniken wie Wärmepumpen und Photovoltaik. Angesichts der aktuellen Krise, die auch eine Energiekrise ist, dürfte das Thema jedoch Fahrt aufnehmen. Aktuell liegt die Rate der jährlichen energetischen Sanierungen in der EU bei gerade mal einem Prozent.


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