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Ratgeber Tube, Glas oder Plastik – welche Senfverpackung ist am umweltfreundlichsten?

Senf in einem Glas
Ob süß, scharf oder klassisch – Senf gibt es aus der Tube, im Glas oder in der Plastikverpackung
© 5ph/Adobe Stock
Ob aus der Tube, dem Glas oder dem Plastikbecher – Millionen Deutsche konsumieren jeden Tag oder zumindest mehrmals die Woche Senf. Für manche ist die würzige Paste aus der Tube am besten, ob dies auch die umweltfreundlichste Verpackung ist, hat der Naturschutzbund Deutschland untersuchen lassen

Bei 1,53 Millionen Deutschen landete 2021 laut Statista jeden Tag Senf auf dem Teller. Die einen lieben Senf aus der Tube und die anderen schwören auf die Sauce im Glas. Doch welche der beiden Verpackungen die bessere Alternative für die Umwelt? Und wie schneiden Plastikbecher und Flaschen im Vergleich zu den Klassikern ab?

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) Heidelberg die Umweltbelastungen verschiedener Verpackungsalternativen analysieren lassen, die häufig im Supermarkt zu finden sind. Dabei wurden drei Problemfelder in die Untersuchung einbezogen: Klimawandel in Form von Treibhausgasen, nicht erneuerbarer Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen in Luft und Wasser. Für Senf gingen Einweggläser mit Weißblechdeckeln, Plastikflaschen aus PET, Alutuben und Plastikbecher aus Polypropylen (PP)  als gängigste Verpackungen ins Rennen.

Die Untersuchung zeigt vor allem: Plastik ist nicht gleich Plastik. Der Plastikbecher aus PP ist die beste Einwegverpackung. Er ist in allen drei Problemfeldern der Sieger. Großer Pluspunkt: Der Becher mit Deckel ist leichter als alle anderen Verpackungsvarianten. Ein niedriges Gewicht wirkt sich beim Transport positiv aus – denn ist ein Auto beziehungsweise Lastwagen schwer beladen, wird auch mehr Sprit verbraucht. Polypropylen ist ein Kunststoff, der gut recycelbar ist. Denn PET- Verpackungen, die in der Gelben Tonne landen, werden in Deutschland laut NABU verbrannt und nicht recycelt. Der Grund: Durch die vielen PET-Flaschen, die in Einweggetränkeautomaten landen, gibt es eine hohe Menge an PET-Recyclingmaterial. Daher würde bisher kaum jemand den Aufwand auf sich nehmen, PET aus der Gelben Tonne zu recyceln, heißt es vom NABU. Die PET-Flasche als Senfverpackung schneidet deshalb in der Untersuchung sogar schlechter ab als das Einwegglas, obwohl dieses 8-mal schwerer ist, und landet auf dem dritten Platz.

Alutube auf dem letzten Platz

Das Schlusslicht ist die Tube aus Alu mit einem Plastikverschluss. Sie ist in den Kategorien "Klimawandel" und "nicht erneuerbarer Ressourcenverbrauch" auf dem letzten Rang, wegen ihrer hohen Umweltwirkungen. Für die Herstellung der Alutube und des Kunststoffdeckels werden besonders viel Energie und Ressourcen verbraucht. Das kann auch die hohe Recyclingquote von Alu nicht wettmachen. Außerdem ist die Verpackung im Vergleich zu den Alternativen aus Plastik auch noch schwerer – was zum Beispiel beim Transport einen höheren Energieverbrauch bedeutet.

Besonders praktisch und umweltschonend: Senf aus Einweggläsern, die noch als Trinkgläser genutzt werden können. Das ist gut, wenn im Schrank noch ein paar Becher fehlen: Bereits nach 10-maliger Nutzung schneidet das weiterverwendete Glas besser ab als die Einwegvarianten.

Ideal wäre natürlich, sich den Senf in einem Unverpackt-Laden in ein mitgebrachtes Gefäß abzufüllen, welches man immer wieder benutzt. Zum Beispiel ein leeres Einwegglas von Saucen oder Hülsenfrüchten – so spart man sich eine neue Verpackung und verlängert die Lebensdauer eines Gefäßes, das man schon besitzt.


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